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Starker Personalzuwachs ist kein Grund zur Entwarnung beim Fachkräftemangel

  • vor 5 Stunden
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[DKG - Berlin, Donnerstag, 19.03.2026]




DKG zum Fachkräftemonitoring 2026


Die deutschen Krankenhäuser haben in den vergangenen Jahren umfangreich Personal aufgebaut. Mit rund 1,7 Millionen Beschäftigten ist das Krankenhauswesen heute einer der bedeutendsten Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktoren Deutschlands. Trotzdem bleibt der Fachkräftemangel eine der größten Herausforderungen der Gesundheitspolitik. Ursachen dafür sind der demografische Wandel und die ausgeprägte Bürokratiebelastung im Gesundheitswesen. Das sind Ergebnisse des diesjährigen Fachkräftemonitorings der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Die Publikation in Kooperation mit dem Deutschen Krankenhausinstitut untersucht umfangreich die Personalsituation in deutschen Krankenhäusern. Der Verband hat die neueste Ausgabe am Donnerstag beim DRG-Forum in Berlin vorgestellt.


Die Zahl der Beschäftigten im Pflegedienst, die mit rund 40 Prozent die größte Gruppe der Krankenhausbeschäftigten ausmachen, hat sich dabei besonders stark entwickelt. Umgerechnet in Vollzeitäquivalenten ist sie in den vergangenen zehn Jahren um rund 90.000 auf fast 409.000 im Jahr 2024 gestiegen. Damit wurde die Zahl von 400.000 erstmals überschritten. Allein 2024 haben rund 37.000 angehende Pflegefachkräfte ihre Ausbildung beendet und 59.000 eine Ausbildung in der Pflege begonnen. 2025 haben sogar rund 64.300 Menschen eine Pflege-Ausbildung begonnen. Die Zahl der Vollzeitäquivalente im ärztlichen Bereich ist im selben Zeitraum um etwa 30.000 auf mehr als 180.000 gewachsen. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Beschäftigten der deutschen Krankenhäuser um 31 Prozent bzw. rund 313.000 gestiegen. Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt der Fachkräftemangel eine große Herausforderung für die Krankenhäuser. Die Untersuchung rechnet damit, dass bis 2035 rund 300.000 Beschäftigte deutscher Kliniken altersbedingt ausscheiden werden.


Schwerpunkt des diesjährigen Fachkräftemonitorings ist die Personalbemessung. 96 Prozent der Krankenhäuser monieren einen zu hohen Bürokratieaufwand für die Personalbemessungsinstrumente, 89 Prozent halten sie für noch unausgereift. 69 Prozent sehen aber auch den Nutzen, dass die Instrumente einheitliche Planungskriterien festlegen. Aber weniger als die Hälfte der Kliniken (48%) sieht die Instrumente dazu imstande, die Personalausstattung in der direkten Patientenversorgung zu sichern.


Dass in den Krankenhäusern wieder mehr Menschen arbeiten, ist eine gute Entwicklung. Krankenhäuser bieten heute zahlreiche sinnstiftende, sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze an und sind für hochqualifizierte Fachkräfte attraktive Arbeitsorte. Die positive Entwicklung soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der demografische Wandel dazu führt, dass in den kommenden Jahren die besonders große Gruppe der Babyboomer die Krankenhäuser in den Ruhestand verlässt. Diese Lücke zu schließen ist nach wie vor eine riesige Herausforderung. Unsere Untersuchung zeigt aber auch, dass die Politik den Krankenhäusern zusätzlich zum demografischen Wandel Hürden in den Weg legt. So beklagen fast alle befragten Krankenhäuser hohen bürokratischen und dokumentarischen Aufwand bei den Personalbemessungsinstrumenten. Eine Mehrheit beklagt sogar mehr Aufwand als Nutzen dieser Instrumente. Wer Gesundheitsversorgung für die Zukunft unter den Bedingungen des demografischen Wandels sichern möchte, kommt um konsequente Entbürokratisierung nicht herum, damit die Beschäftigten wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit haben. Leider fehlen bislang ausreichende Signale in diese Richtung aus der Politik“, erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Prof. Dr. Henriette Neumeyer.


Das DKG-Fachkräftemonitoring untersucht seit 2025 umfangreich jährlich die Personalsituation in deutschen Krankenhäusern. Die Publikation gibt Einblick in Arbeitsmarkt, demografische Entwicklung, Ausbildungszahlen und vieles mehr.


Fachkräftemonitoring 2026



Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.

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