Wegfall des Rechnungszuschlags führt zu Personalabbau und Investitionsstopps
[DKG - Berlin, Freitag, 30.10.2026]
DKG zur Krankenhausfinanzierung
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) weist auf die erheblichen Risiken für die flächendeckende Versorgung hin, die mit dem Wegfall des befristeten Rechnungszuschlags zum 1. November entstehen. Der bisherige Rechnungszuschlag von 3,25 Prozent war für die Krankenhäuser unverzichtbar zum Ausgleich bisher nicht refinanzierter Kostensteigerungen aus den Vorjahren. Der neue pauschale Zuschlag in Höhe von 27,30 Euro bzw. 50 Euro für Unikliniken ab dem 1. Januar 2027 wird die Kosten in den meisten Krankenhäusern nicht abdecken können und so die wirtschaftliche Schieflage in der Krankenhausversorgung weiter verschärfen.
Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts untermauert diese Befürchtungen. Alle Krankenhäuser erwarten, dass sie der Wegfall des Rechnungszuschlags wirtschaftlich belastet. 76 Prozent rechnen mit sehr starken, 23 Prozent mit starken und nur ein Prozent mit weniger starken Belastungen. Dabei sind Krankenhäuser in dünn besiedelten Regionen besonders betroffen. Hier rechnen sogar 85 Prozent mit sehr starken Belastungen. Um diese Belastungen zu kompensieren, wollen 52 Prozent der Kliniken den Personalbestand verringern, 65 Prozent Investitionen verschieben oder ganz streichen und 76 Prozent planen einen Einstellungsstopp.
Die DKG fordert, dass Krankenhäuser nachhaltig finanziert werden, so dass die flächendeckende Versorgung in Deutschland genauso wie die Arbeitsplätze in den Kliniken gesichert werden können. Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG Dr. Gerald Gaß:
„Der bisherige Rechnungszuschlag war für zahlreiche Krankenhäuser in ihrer wirtschaftlichen Planung entscheidend. Die 3,25 Prozent haben vielerorts den Unterschied zwischen roten Zahlen und zumindest einer schwarzen Null gemacht. Mit den neuen ungenügenden Pauschalzuschlägen, die gerade einmal ein Sechstel des bisherigen Zuschlags ausmachen, werden wieder mehr Krankenhäuser in die Schieflage geraten. Die Folgen dieser Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben sind vielfältig: Kommunen müssen die Defizite ihrer Kliniken mit immer größeren Zuschüssen stützen und geraten dadurch selbst in Zahlungsnöte. Andere Krankenhäuser müssen Insolvenz anmelden und im schlimmsten Fall schließen. Freie Stellen werden nicht mehr besetzt oder Personal wird abgebaut. Betroffen davon sind im Wesentlichen nicht Großstädte, sondern ländliche Regionen mit ohnehin ausgedünnter Gesundheitsversorgung. Der Wegfall des Rechnungszuschlags und das GKV-Spargesetz nehmen den Krankenhäusern allein 2027 fast fünf Milliarden Euro. Diese Summe lässt sich nicht ohne Leistungseinschränkungen und einen deutlichen Personalabbau ausgleichen. Die Krankenhäuser benötigen eine zukunftsfeste Finanzierung, die es den Verantwortlichen in den Kliniken wieder ermöglicht, langfristig zu planen. Das ist mit befristeten Zuschlägen oder einzelnen Geldspritzen nicht möglich. Wir schlagen dem Gesundheitsminister aber vor allem vor, die ausufernde Bürokratie in den Krankenhäusern entschieden und konsequent abzubauen. Fallen medizinisch sinnlose Dokumentationspflichten, überzogene Prüfungen, Mehrfachmeldungen und anderes weg, ließen sich Milliarden einsparen, ohne dass die Versorgung in Mitleidenschaft gezogen wird. Will Deutschland seine hochwertige, flächendeckende und universalistische Versorgung sichern und gleichzeitig Beiträge stabil halten, führt daran kein Weg vorbei.“
Blitzumfrage
Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.


