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Klimagerechten Umbau gibt es nicht zum Nulltarif


[DKG-Meldung - Berlin, Donnerstag 14.09.2023]

 


DKG zum Klimastreik 2023


Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) unterstützt den globalen Klimastreik am 15. September und fordert entschiedene Investitionen für den klimagerechten Umbau der Krankenhauslandschaft. Dazu erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG Prof. Dr. Henriette Neumeyer:


Ein einziges Krankenhausbett verbraucht so viel Energie wie vier Einfamilienhäuser. Kliniken sind äußerst energieintensive Betriebe. Nicht nur weil Spitzenmedizin heute hochtechnisiert ist und auf modernste Geräte setzt. Leider ist auf der anderen Seite auch die Heiz- und Energietechnik der Klinikgebäude vielerorts hoffnungslos veraltet. Mit seinem Energiebedarf hat der Gesundheitssektor wesentliche Bedeutung für die klimagerechte Energiewende. Die ist aber nicht zum Nulltarif zu haben. Dass die Bundesländer seit Jahrzehnten ihrer gesetzlichen Pflicht zur Finanzierung der Investitionskosten nicht mehr nachkommen, hat mittlerweile schwere Folgen für Krankenhäuser und Klima. Das nicht ausreichende Geld müssen die Kliniken vorrangig für Investitionen ausgeben, die der direkten Versorgung dienen – für Geräte, unabwendbare Bauarbeiten und Ähnliches. In der Folge arbeiten in viel zu vielen Häusern noch uralte Heizkessel, sind Fassaden und Fenster unzureichend abgedichtet, gibt es kaum durchdachte Energiespartechnik, ganz zu schweigen von fehlenden Möglichkeiten, die Gebäude an den zunehmenden Hitzetagen zu kühlen. Gerade diese Kühlung ist in unserer Zeit unverzichtbar. Denn der Klimawandel hat auch direkte Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen: Hitze verlangsamt nicht nur den Heilungsprozess der Patientinnen und Patienten im Krankenhaus. Die Kliniken verzeichnen auch mehr hitzebedingte Krankheitsfälle. Dehydrierungen und hitzebedingte Herz- und Kreislauferkrankungen nehmen in den Kliniken spürbar zu. Und Hitze hat auch Einfluss auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken und Kliniken. Daher müssen wir schon wegen des Arbeitsschutzes reagieren. Auch hier brauchen wir die finanziellen Mittel, um beispielsweise spezielle Arbeitskleidung anschaffen zu können. Hier gilt es zu handeln, solange es noch möglich ist.


Applaus für diejenigen, die sich für klimagerechte Reformen einsetzen, ist genauso wenig hilfreich, wie Applaus für überlastete Pflegekräfte während der Corona-Pandemie. Wer es mit dem klimagerechten Umbau und der Begrenzung der Erderwärmung ernst meint, muss handeln. Wer nicht möchte, dass die Krankenhäuser auch in den kommenden Wintern noch massenhaft fossile Brennstoffe in ineffizienten Heizkesseln verfeuern, muss ihnen die Möglichkeit geben, diese Technik zu modernisieren. Dafür benötigen wir ein Investitionsprogramm in den klimagerechten Umbau der Kliniken. Und nicht erst mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine wird auch die Perspektivlosigkeit fossiler Brennstoffe deutlich. Öl und Gas stammen überwiegend aus Ländern mit problematischen Regimen. Versorgungssicherheit langfristig auf solchen Quellen aufzubauen, wird auch in Zukunft zu großen Problemen führen.


Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.


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