60 Mio. Euro Erlösrückgang allein im Januar 2021

[KGSH-Pressemitteilung 001/2021 - Kiel, 22.02.2021]





Finanzielle Ausgleiche für Kliniken lassen große Lücken



Die schleswig-holsteinischen Krankenhäuser hatten durch die Coronavirus-Pandemie bedingte Erlösrückgänge in Höhe von rund 60 Mio. € allein im Monat Januar 2021 im Vergleich zum Vorjahr. Dies hat die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) in einer aktuellen Umfrage ermittelt. Von diesem Betrag entfallen mehr als 50 Millionen Euro auf die stationäre und tagesklinische Behandlung. Dies entspricht einem prozentualen Rückgang von 23 Prozent.


Auf Basis einer Verordnung erhalten einige Krankenhäuser Ausgleichszahlungen des Bundes. Diese betragen gut 20 Millionen Euro und decken damit nur 63 Prozent der Ausfälle dieser Krankenhäuser ab. Bezogen auf alle Krankenhäuser werden lediglich 40 % der Ausfälle kompensiert. Damit verbleiben bei den Krankenhäusern nicht ausgeglichene Mindererlöse von rund 30 Millionen Euro allein aus dem Monat Januar.


„Die wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser ist somit bereits jetzt angespannt und wird sich absehbar zuspitzen. Ein Ende der Pandemie ist noch nicht in Sicht und selbst die unzureichenden Ausgleichszahlungen werden bei vielen Krankenhäusern in Kürze auslaufen, da der Inzidenzwert in den meisten Kreisen unterhalb von 70 liegt“, erläutert KGSH-Geschäftsführer Patrick Reimund.


Daher sind dringende Nachbesserungen bei den Ausgleichszahlungen und Regelungen für das gesamte Jahr 2021 erforderlich. Mit dem drohenden Auslaufen der Ausgleichszahlungen steuern die Kliniken auf ein wirtschaftliches Desaster zu. Die Umfrage der KGSH hat auch ergeben, dass die Krankenhäuser im Norden für das gesamte Jahr 2021 einen Belegungsrückgang von 12 Prozent im Vergleich zum Referenz-jahr 2019 erwarten und hohe Erlösausfälle auch in Krankenhäusern entstehen, die nicht in die Ausgleichszahlungen einbezogen sind.


Dies hat folgende Gründe: Planbare Behandlungen und Eingriffe müssen auch dort verschoben werden. Durch Hygienemaßnahmen und durch den COVID-bedingten Ausfall von Personal kann in allen Krankenhäusern auf lange Sicht kein Regelbetrieb gefahren werden. Hinzu kommen Mehrkosten durch die Versorgung von COVID-19 Patient/-innen und Erlösausfälle in anderen Versorgungsbereichen wie etwa Ambulanzen. Patient/-innen meiden teilweise aus Sorge vor einer Ansteckung die Krankenhäuser. Der Personalaufwand ist durch Hygieneschulungen, Zeitaufwand für Hygienemaßnahmen, Schulung für den Einsatz in intensivmedizinischen Bereichen und durch Krankheit und Ausfallzeiten hoch. Auch in der Psychiatrie entstehen hohe Erlösausfälle, neben den oben genannten Aspekten können z. B. Therapien nur in kleineren Gruppen durchgeführt werden.


„Jetzt muss die Liquidität aller Krankenhäuser durch auskömmliche Ausgleichszahlungen kurzfristig gesichert, Budgetsicherheit für das zweite Krisenjahr 2021 gegeben und weniger Bürokratie und Dokumentation ermöglicht werden. Die Krankenhäuser haben der Politik dafür bereits faire Angebote unterbreitet, so etwa die Berücksichtigung der gezahlten Ausgleichszahlungen bei einem für das Jahr 2021 verpflichtend durchzuführenden Erlösausgleich. Dadurch werden negative Leistungsanreize und Überzahlungen ausgeschlossen“, fasst Patrick Reimund die Positionen der KGSH zusammen.



Ulrike Petersen

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