top of page

Zentrum für Plasmamedizin am Campus Lübeck gegründet

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

[Mitglieder-Bericht 051/2026, Lübeck, Donnerstag, 02.04.2026]


Behandlung eines Patienten mit kaltem physikalischem Plasma am Campus Lübeck (Bild: UKSH)
Behandlung eines Patienten mit kaltem physikalischem Plasma am Campus Lübeck (Bild: UKSH)

Innovative Behandlung bei chronischen Wunden und entzündlichen Hauterkrankungen erstmals in systematischer Patientenanwendung


Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, wurde das Center for Clinical Plasma Research and Therapy (CPRT) gegründet. In Deutschland ist das CPRT das erste Zentrum für Plasmamedizin, das eine systematische Patientenversorgung anbietet. Mit der noch jungen und innovativen Methode können chronische Wunden, entzündliche Haut- und Schleimhauterkrankungen sowie therapieresistente Infektionen schonend behandelt werden, ohne gesundes Gewebe zu schädigen. Zum Beispiel können die Nebenwirkungen nach einer Krebsbestrahlung gemildert oder multiresistente Bakterien behandelt werden. Die Förderstiftung des UKSH hat den Aufbau des Zentrums mit knapp 28.000 Euro unterstützt.


Das neue Zentrum widmet sich in enger Kooperation mit verschiedenen Fachbereichen der Erforschung, Weiterentwicklung und klinischen Anwendung kalter physikalischer Plasmatechnologien. Patientinnen und Patienten haben in Deutschland damit erstmals die Möglichkeit, sich an einem Forschungszentrum für Plasmamedizin behandeln zu lassen, wo neueste, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Therapieverfahren zum Einsatz kommen. Die Ergebnisse aus der praktischen Anwendung werden genutzt, um die Plasmatherapie weiter zu verbessern und in eine breite klinische Anwendung zu bringen.


Unser Ziel ist es, die Plasmatechnologie in der Medizin zu etablieren und ihre Wirksamkeit wissenschaftlich zu belegen“, sagt Dr. Dr. Christian Seebauer, Leiter des Zentrums und Oberarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Campus Lübeck. „Die Behandlung mit kaltem Plasma kann den Einsatz von Antibiotika reduzieren, den Krankenhausaufenthalt verkürzen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten erhöhen.Dr. Dr. Seebauer setzt seit über zehn Jahren kaltes physikalisches Plasma ein, hat zahlreiche wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht und ein Lehrbuch zur Plasmatherapie mit verfasst.


Dr. Dr. Christian Seebauer, Leiter des Center for Clinical Plasma Research and Therapy und Oberarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Campus Lübeck (Bild: UKSH)
Dr. Dr. Christian Seebauer, Leiter des Center for Clinical Plasma Research and Therapy und Oberarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Campus Lübeck (Bild: UKSH)

Seit den 2.000er Jahren ermöglicht neue Medizintechnik die Erzeugung von kaltem physikalischem Plasma, das unter 40 Grad warm ist. Damit konnte Plasma, ein ionisiertes Gasgemisch, das in der Natur zum Beispiel in der Sonne vorkommt, therapeutisch eingesetzt werden. Dank der antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften profitieren davon Patientinnen und Patienten mit geschädigtem Gewebe – zum Beispiel nach einer Strahlentherapie gegen Krebs.


Am Campus Kiel wird ebenfalls an der Plasmatechnologie geforscht: Die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie beteiligt sich an einer vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Studie zur Behandlung von Entzündungen, die um Zahnimplantate entstehen.


Pressekontakt

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck

Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Dr. Dr. Christian Seebauer

Tel.: 0451 500-42501,


Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus


bottom of page