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Nach Katheterablation nach Hause: Neues Behandlungskonzept am UKSH, Campus Lübeck

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[Mitglieder-Bericht 035/2026, Lübeck, Freitag, 27.02.2026]


Das Team der Klinik für Rhythmologie mit einem Patienten (Mitte), der am Tag der Behandlung nach Hause entlassen werden kann. (Foto: UKSH)
Das Team der Klinik für Rhythmologie mit einem Patienten (Mitte), der am Tag der Behandlung nach Hause entlassen werden kann. (Foto: UKSH)

Gängige Therapie bei Vorhofflimmern erforderte bisher den stationären Aufenthalt


Bei Vorhofflimmern kann eine Katheterablation das Herz oft wieder in den richtigen Rhythmus bringen. In der Regel verbringen Patientinnen und Patienten danach mindestens eine Nacht zur Überwachung im Krankenhaus. Als erstes Herzzentrum in Deutschland hat die Klinik für Rhythmologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, ein Therapiekonzept etabliert, dass es Patientinnen und Patienten erlaubt, noch am Tag des Eingriffs wieder zuhause zu sein – bei verbesserter Versorgungsqualität.


Same Day Discharge (SDD) nennt sich das Konzept – zu Deutsch: Entlassung am selben Tag. Um sie zu ermöglichen, wurden am Campus Lübeck klinische Strukturen gezielt neu ausgerichtet. Von der standardisierten Patientenaufklärung über die Vorbereitung, den Eingriff selbst bis zu Nachuntersuchungen wurden alle Abläufe überprüft und optimiert. „Ziel ist es, höchste Behandlungsqualität, maximale Sicherheit und eine patientenzentrierte Versorgung zu vereinen“, sagt Klinikdirektor Prof. Roland Tilz.


Bei einer Katheterablation veröden die Fachleute Gewebe im Herzen, das mit elektrischen Fehlimpulsen die Rhythmusstörung verursacht. Während des Eingriffs wird ein feiner Kunststoffschlauch über die Leistenvene eingeführt und vorsichtig bis zum Herzen vorgeschoben. Danach müssen Patientinnen und Patienten oft über mehrere Stunden einen Druckverband über der Leiste tragen. Stark verkürzt werden kann diese für die Behandelten unangenehme Zeit durch moderne Verschlusssysteme. „Eine Studie, die in Lübeck initiiert und durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass der Einsatz der Systeme zu einer schnelleren Mobilisation der Patientinnen und Patienten und einer rascheren Blutstillung führt“, sagt Dr. Sorin Stefan Popescu, Arzt der Klinik für Rhythmologie. Auch die Ultraschall-gesteuerte Einführung des Katheters in die Leistenvene konnte das Komplikationsrisiko während des Eingriffs und danach signifikant senken.


Studien belegen Sicherheit


Erste Studien belegen die Durchführbarkeit und Sicherheit des neuen Konzepts, das für Patientinnen und Patienten in der Regel das Prozedere komfortabler macht. Gleichzeitig profitieren Krankenhäuser von einer effizienteren Nutzung ihrer Ressourcen, einer Minderung stationärer Liegezeiten und einer besseren Planbarkeit klinischer Abläufe.


Vor einem Jahr startete die Klinik für Rhythmologie die weltweit erste randomisierte, kontrollierte Studie, die das Vorgehen untersucht (SAHZAM AF). Sie wird am Campus Lübeck und zehn weiteren europäischen Zentren durchgeführt. Eine weitere Studie, die auf den Erfahrungen mit den ersten hundert SDD-Patientinnen und -Patienten am Campus Lübeck beruht, wird im April beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt. Die wachsende Bedeutung des Konzepts spiegelt sich auch in kürzlich eingeführten Intensivkursen zur SDD-Katheterablation, die sich an Fachpublikum richten. Das Team der Rhythmologie erläutert dabei erfolgreiche Implementierungsstrategien.


Als eines der ersten Zentren weltweit: Einsatz eines neuen Ablationskatheters


Die Katheterablation wird an der Klinik für Rhythmologie, Campus Lübeck, mit modernsten Verfahren durchgeführt und ist einer der Forschungsschwerpunkte der Klinik. Derzeit setzt sie als eines von drei Zentren weltweit in der regulären Patientenversorgung einen neuartigen Ablationskatheter bei Herzrhythmusstörungen ein. Während des Eingriffs können Ärztinnen und Ärzte flexibel zwischen der bewährten Hitzeablation (Radiofrequenzablation) und der modernen Elektroporation (Pulsed Field Ablation - PFA) wechseln. Dadurch lässt sich die Behandlung gezielt an die individuelle Anatomie und Erkrankung der Patientinnen und Patienten anpassen.


Die neue Technologie erweitert das therapeutische Spektrum insbesondere bei komplexen Befunden, fortgeschrittenen Erkrankungen oder bereits vorbehandelten Patientinnen und Patienten und ermöglicht eine noch präzisere und individuell abgestimmte Ablationstherapie.


Die Klinik für Rhythmologie bildet gemeinsam mit der Medizinischen Klinik II (Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin), der Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie und dem Institut für Kardiogenetik das Universitäre Herzzentrum Lübeck. Ziel der engen interdisziplinären Zusammenarbeit ist es, jeder Patientin und jedem Patienten mit einer kardiovaskulären Erkrankung die beste Diagnostik und Therapie anzubieten.


Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus


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