Krankenkassen-Überschuss korrigiert bisherige Negativ-Prognosen
- vor 11 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
[DKG - Berlin, Donnerstag, 05.03.2026]
DKG zur Finanzbilanz der Gesetzlichen Krankenversicherung
Angesichts der jüngst bekannt gewordenen GKV-Finanzbilanz und dem Überschuss von rund 3,5 Milliarden Euro im vierten Quartal des vergangenen Jahres zeigt sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zuversichtlich, mahnt aber weitere Reformen des Bundes zur Stabilisierung der Beitragsfinanzen an. Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG Dr. Gerald Gaß:
„Dass die Krankenkassen im vergangenen Quartal einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet haben, ist eine gute Meldung und überrascht uns angesichts der bislang prognostizierten Defizite positiv. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Überschuss nur deswegen möglich wurde, weil Krankenhausträger, unter anderem Kommunen, die Defizite der Kliniken aus eigenen Mitteln mit teilweise großer Kraftanstrengung ausgeglichen haben und weil der Bund die Einnahmelücke der Kliniken mit befristeten Rechnungszuschlägen ausgeglichen hat. Beides kann keine Dauerlösung für die strukturelle Unterfinanzierung der Kliniken sein. Der Gesetzgeber ist hier weiterhin insbesondere in Sachen Vorhaltefinanzierung gefragt.
Noch deutlich höher wäre das Einnahme-Plus der Kassen, wenn die Zuschüsse für Transfergeldbeziehende wie vorgesehen in voller Höhe aus dem Bundeshaushalt beglichen würden, anstatt dass sie die gesetzlich Versicherten tragen müssen. Das würde immerhin 10 Milliarden Euro mehr in die Kassen spülen. Wenigstens 5 Milliarden brächte die Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel. Und erhebliche Summen ließen sich mit schlankeren Verwaltungsstrukturen der Kassen sparen. Schon kurzfristig könnten so die Versicherten ohne Leistungskürzungen wieder entlastet werden. Und nicht zuletzt eröffnet sich ein geradezu gewaltiges Einsparpotential durch Prävention als Leitgedanke der Gesundheitspolitik – wenn Behandlungen gar nicht erst nötig werden.
Die Krankenhäuser haben ihren Beitrag zu stabilen GKV-Finanzen seit Jahren geleistet, und dies ist auch in 2026 der Fall. Allein 2026 erfüllen sie ihren Teil mit 1,8 Milliarden Euro Einsparvolumen. Ende 2026 müssen die neuen Finanzspielräume genutzt werden, um den im Oktober wegfallenden Rechnungszuschlag auszugleichen, wenn wir nicht noch mehr Insolvenzen, Schließungen oder Zusatzbelastungen für Kommunen und andere Träger riskieren wollen. Die anfallenden Kosten für die Patientenversorgung muss wieder in voller Höhe durch die Krankenkassen getragen werden, wie dies die gesetzliche Grundlage für die Krankenhausfinanzierung auch vorsieht. Die Träger und die Kommunen können nicht dauerhaft zum Ausfallbürgen werden.“
Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.


