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Darmkrebs verhindern, bevor er entsteht

  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

[Mitglieder-Bericht 037/2026, Bad Segeberg, Montag, 09.03.2026]


Dr. med. Rolf Klingenberg-Noftz, Chefarzt der Inneren Medizin am Allgemeinen Krankenhaus der Segeberger Kliniken (Bild: SEGEBERGER KLINIKEN GMBH)
Dr. med. Rolf Klingenberg-Noftz, Chefarzt der Inneren Medizin am Allgemeinen Krankenhaus der Segeberger Kliniken (Bild: SEGEBERGER KLINIKEN GMBH)

Gesund bleiben durch Vorsorge


Darmkrebs zählt in Deutschland weiterhin zu den häufigsten Krebserkrankungen. Jährlich erhalten mehr als 55.000 Menschen diese Diagnose, rund 22.000 sterben an den Folgen. Dabei ist Darmkrebs eine der wenigen Krebserkrankungen, die sich durch konsequente Vorsorge oft verhindern lässt.


Moderne Untersuchungsmethoden ermöglichen es, krankhafte Veränderungen frühzeitig zu erkennen, lange bevor Beschwerden auftreten. „Darmkrebs entwickelt sich meist schleichend und bleibt über Jahre symptomlos. Genau das macht die Vorsorge so entscheidend“, betont Dr. med. Rolf Klingenberg-Noftz, Chefarzt der Inneren Medizin am Allgemeinen Krankenhaus der Segeberger Kliniken. „Wer die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, kann nicht nur die Heilungschancen deutlich verbessern, sondern die Entstehung von Krebs in vielen Fällen komplett verhindern.


Darmkrebsvorsorge ab 50


Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Gesetzlich Versicherte haben daher ab dem 50. Lebensjahr Anspruch auf Vorsorgeleistungen. Dazu gehört unter anderem die Darmspiegelung für die Erkennung einer Krebserkrankung. „Die Besonderheit der Darmspiegelung liegt darin, dass wir nicht nur nach Krebs suchen, sondern dessen Vorstufen direkt entfernen können“, erklärt Dr. Klingenberg-Noftz. „Darmpolypen sind zunächst gutartig, können sich jedoch im Laufe der Zeit verändern. Werden sie rechtzeitig erkannt, lässt sich das Risiko einer Krebserkrankung deutlich reduzieren.


Einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg zufolge kann eine Teilnahme an der Vorsorge-Koloskopie das Sterberisiko durch Darmkrebs um rund 70 Prozent reduzieren. Gleichzeitig verringert sich das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um etwa 60 Prozent.


Sicher, schonend und gut verträglich


Viele Menschen scheuen die Untersuchung aus Unsicherheit oder Angst. Aus medizinischer Sicht ist diese Sorge unbegründet. Die Koloskopie ist ein etabliertes, sicheres Verfahren, das in der Regel gut vertragen wird. Die Untersuchung dauert meist weniger als eine halbe Stunde und kann auf Wunsch mit einer leichten Sedierung erfolgen. „Die meisten Patientinnen und Patienten berichten im Nachhinein, dass die Untersuchung viel unkomplizierter war als erwartet“, so Dr. Klingenberg-Noftz. „Der kurzfristige Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem gesundheitlichen Nutzen.


Nach der Darmspiegelung können leichte, vorübergehende Beschwerden auftreten, die rasch abklingen. Sollten Gewebeproben entnommen worden sein, werden diese feingeweblich untersucht. Auf Basis der Ergebnisse legt der behandelnde Arzt fest, ob und wann eine erneute Vorsorge sinnvoll ist. Die Kosten für die Darmkrebsvorsorge werden von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Für Patientinnen und Patienten entstehen dadurch keine zusätzlichen finanziellen Belastungen.


Vorsorge ist ein aktiver Schritt für die eigene Gesundheit. Wer die angebotenen Untersuchungen nutzt und das Thema Darmgesundheit offen anspricht, übernimmt Verantwortung für sich selbst und kann Darmkrebs oft verhindern. Vorsorge rettet Leben und schenkt vor allem Sicherheit“, fasst Dr. Klingenberg-Noftz zusammen.


Prävention beginnt im Alltag


Neben der medizinischen Früherkennung spielt auch das individuelle Verhalten eine wichtige Rolle bei der Darmkrebsvorsorge. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann das Risiko senken. Der regelmäßige Konsum von rotem und insbesondere verarbeitetem Fleisch, stark verarbeiteten Lebensmitteln sowie der übermäßige Alkohol- und Nikotinkonsum gelten hingegen als Risikofaktoren.


Auch ausreichende Bewegung und ein gesundes Körpergewicht tragen wesentlich zur Darmgesundheit bei. Die Kombination aus bewusster Lebensweise und regelmäßiger Vorsorgeuntersuchung bietet somit den bestmöglichen Schutz.


Allgemeine Klinik Bad Segeberg


Die Abteilung für Innere Medizin an der Allgemeinen Klinik in Bad Segeberg deckt ein breites Spektrum internistischer Krankheitsbilder ab, mit Schwerpunkten in der Gastroenterologie, Diabetologie und Onkologie. Im Rahmen der gastroenterologischen Angebote besteht die Möglichkeit, zeitnah eine Darmkrebsvorsorge ambulant durchführen zu lassen.


Patientinnen und Patienten profitieren von modernen Diagnose- und Therapieverfahren sowie einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit den weiteren Fachabteilungen des Hauses.


Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus


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