Welthypertonietag 2026: Bluthochdruck früh erkennen und aktiv vorbeugen
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[Mitglieder-Bericht 069/2026, Lübeck, Mittwoch, 13.05.2026]

Bluthochdruck gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit und bleibt dennoch oft lange unbemerkt. Anlässlich des Welthypertonietages machen die Expertinnen und Experten der Medizischen Klinik II – Kardiologie und Angiologie an den Sana Kliniken Lübeck auf die Risiken der sogenannten „stillen Gefahr“ aufmerksam und geben hier praktische Tipps zur Vorbeugung und Behandlung.
Nach aktuellen Schätzungen sind allein in Deutschland 20 bis 30 Millionen Erwachsene von Bluthochdruck betroffen. Viele wissen jedoch nichts von ihrer Erkrankung, da Hypertonie häufig über Jahre keine Beschwerden verursacht und auch deshalb der „stille Killer“ genannt wird.
„Bluthochdruck gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen, wird aber oft unterschätzt. Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie erkrankt sind“, erklärt Tanja Köllner, Physician Assistant. Jeannine Stephan, Hypertonie-Assistentin, ergänzt: „Gerade weil die Hypertonie lange keine Beschwerden macht, ist uns Aufklärung so wichtig.“
Früherkennung schützt Herz, Gehirn und Nieren
Bleibt ein erhöhter Blutdruck unbehandelt, kann er über Jahre hinweg Gefäße und Organe schädigen. Die Folgen reichen von Herzinfarkt und Schlaganfall bis hin zu Nieren- und Gefäßerkrankungen.
„In der Klinik sehen wir häufig die Spätfolgen. Deshalb ist Prävention entscheidend – und die beginnt lange vor der ersten Tablette“, sagt Chefarzt und Leiter des Zertifizierten Hypertonie-Zentrum DHL® Prof. Dr. Joachim Weil. „Schon kleine Verbesserungen können medizinisch einen großen Unterschied machen: Bereits eine Senkung des systolischen Blutdrucks um wenige mmHg reduziert nachweislich das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, erläutert der Bluthochdruckexperte.
Ernährung als wichtiger Baustein der Therapie
Neben Bewegung, Stressreduktion und einem gesunden Lebensstil spielt insbesondere die Ernährung eine zentrale Rolle bei der Blutdruckregulation. „Ernährung ist einer der wichtigsten Faktoren, den Patientinnen und Patienten selbst beeinflussen können“, erklärt Tanja Köllner.
Besonders kritisch sei der hohe Salzkonsum vieler Menschen, wie Jeannine Stephan ergänzt: „Viele Menschen nehmen oft unbewusst deutlich zu viel Salz auf. Empfohlen werden etwa fünf Gramm Salz pro Tag. Tatsächlich liegt der Konsum häufig deutlich darüber.“ Prof. Weil kennt einen der Gründe: „Die Ernährungsgewohnheiten der Menschen haben sich stark verändert. Gefährlich, denn besonders in stark verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten versteckt sich Salz. Hier lohnt sich ein bewusster Blick auf Zutaten und Gewohnheiten.“
Empfohlen wird eine ausgewogene, sogenannte blutdruckfreundliche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Diese liefern wichtige Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium sowie Ballaststoffe, die sich positiv auf den Blutdruck auswirken können.
„Wir empfehlen häufig Ernährungskonzepte wie die DASH-Ernährung. Diese ausgewogene, herzgesunde Ernährung mit viel frischen, möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln ist wissenschaftlich gut belegt und alltagstauglich“, erklärt Prof. Weil.
Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Auch kleine Anpassungen im Alltag können helfen, den Blutdruck nachhaltig zu senken. Dazu gehören weniger Fertigprodukte, ein bewusster Umgang mit Salz und Alkohol sowie regelmäßige Bewegung. „Viele unterschätzen die Wirkung kleiner Veränderungen“, sagt Prof. Weil. „Selbst geringe Blutdrucksenkungen reduzieren nachweislich das Risiko für Folgeerkrankungen. Das ist medizinisch sehr relevant.“
Zum Welthypertonietag raten die Expertinnen und Experten deshalb vor allem zu einem bewussten Umgang mit der eigenen Gesundheit. „Regelmäßig Blutdruck messen“, empfiehlt Jeannine Stephan. „Ernährung bewusst und nachhaltig umstellen“, ergänzt Tanja Köllner. Und Prof. Weil betont abschließend: „Früh handeln statt abwarten, denn Bluthochdruck ist gut behandelbar, wenn man aktiv wird.“
Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus



