Professionelles Handeln von Polizei, Rettungsdienst und Klinikum
- vor 3 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
[Mitglieder-Bericht 021/2026, Freitag, 13.02.2026]

Landeplatz der Klinik Husum: Ein Helikopter nähert sich. Ein Rettungswagen des Landkreises wartet. Das Team der Zentralen Notfallaufnahme der Klinik Husum steht bereit – der Schockraum ist vorbereitet.
Was nach Routine klingt, ist es in mehrfacher Hinsicht nicht. Es kommt ein Helikopter der Bundespolizei. An Bord ist ein schwerverletzter Polizist einer Spezialeinheit – er hat eine Schussverletzung, ein „Combat-Sanitäter“-Team stabilisiert sein Herz-Kreislaufsystem und hat Maßnahmen ergriffen, den Blutverlust gering zu halten. Im Krankenhaus steht derweil das sogenannte „Polytrauma-Team“ – ein interdisziplinäres Ärzteteam und Fachpflegepersonal – bereit, den Patienten zu versorgen.
Dann geht alles ganz schnell: Auf dem Hubschrauber-Landeplatz erfolgt eine Übergabe an den Rettungswagen, neben dem Patienten fahren die „Combat-Sanitäter“ mit ins Krankenhaus. In der ZNA Husum wird der verletzte Polizist an das „Polytrauma-Team“ der Klinik übergeben, das unter Leitung eines erfahrenen Facharztes der Intensivmedizin steht.
Im Schockraum erfolgt dann bei absoluter Stille - nur unterbrochen durch kurze und präzise Anweisungen des ärztlichen „Team Leaders“ und den schnellen, flinken Bewegungen der ausführenden Ärzte und Pflegekräfte die Stabilisierung des schwerverletzten Polizisten und die Vorbereitung für die anstehende Not-OP. Nach knapp 20 Minuten wird der Patient im Eilschritt in den inzwischen vorbereiteten OP-Saal gefahren.
Neben den Kommandos des „Team-Leaders“ kamen im Schockraum von einem Uniformierten („Instructor“) weitere Anweisungen, z.B. „Herzstillstand“, worauf das Team reagieren muss. Damit entpuppt sich die Situation als Übung – allerdings, und das ist besonders, mit einem perfekt geschminkten Polizisten als „Opfer“.
Der Rettungsdienst Nordfriesland und das „Polytrauma Team“ der Klinik Husum waren in eine sogenannte GETEX Vorbereitungsübung eingebunden. Bei der GETEX handelt es sich um ein bundesweites Übungsformat, das in diesem Jahr von der Landespolizei Schleswig Holstein geplant und ausgerichtet wird. Innerhalb dieser Serie an Übungen zur Terrorismus Abwehr arbeiten Landespolizeien, die Bundespolizei, die Bundeswehr und weitere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben eng zusammen, um Verfahren zur Terrorabwehr abzustimmen und das Zusammenspiel der spezialisierten Einheiten zu trainieren.
In die Übungen ist auch die Firma OffTEC Base in Enge-Sande eingebunden. Da auch das Klinikum Nordfriesland mit der hochinnovativen Firma rund um die Sicherheit an Land und auf See zusammenarbeitet, entwickelte sich die Einbindung der Klinik Husum in das Übungsgeschehen der Sicherheitskräfte.
In dem sich an die Übung anschließenden Briefing wurde festgestellt, dass es in der Übergabe des Verletzten von der Polizei an den Rettungsdienst und weiter an das Klinikum keinerlei Probleme oder Missverständnisse gab. Alle „sprachen die gleiche Sprache“ und gegenseitig waren alle voll des Lobes für das jeweilige professionelle und zielorientierte Handeln an diesem besonderen Nachmittag in Husum.
Zwischenzeitlich war auch der „Patient“ aus dem „OP“ zurückgekommen. Auf seinen eigenen Beinen - allerdings in grüner OP-Kleidung mit einer übergeworfenen Wärmedecke. Sein Kampfanzug war bei der Übung so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, dass er ihn nicht mehr nutzen konnte.
Dann drängte auch schon die Pilotin des Helikopters zum Rückflug zum Ausgangspunkt der Übung. Zurück blieben im Klinikum stolze aber auch nachdenkliche Gesichter. So ganz hat diese Übung – und der Hintergrund zu dieser Übung – wohl niemanden unberührt gelassen. Bei aller gewohnten Profession, Abgeklärtheit und Erfahrung.
Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus
