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Neue Hornhaut-Prothese erstmals in Schleswig-Holstein implantiert

  • 26. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

[Mitglieder-Bericht 033/2026, Lübeck, Donnerstag, 26.02.2026]


Prof. Dr. Swaantje Grisanti (Foto: UKSH)
Prof. Dr. Swaantje Grisanti (Foto: UKSH)

Alternative zu Hornhaut-Transplantationen mit Spendergewebe bei bestimmten Augenerkrankungen


Erstmals in Schleswig-Holstein ist in der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, eine neuartige künstliche Hornhaut erfolgreich implantiert worden. Vier Patientinnen und Patienten mit schweren Augenerkrankungen erhielten das innovative Implantat, dass die Funktion von geschädigtem Gewebe an der Innenseite der Hornhaut übernimmt.


Die Hornhaut des Auges besteht aus mehreren Schichten. Die Zellen der innersten Schicht sorgen dafür, dass Flüssigkeit abtransportiert wird und die Hornhaut klar bleibt. Ist diese Schicht allerdings dauerhaft geschädigt, trübt sich die Hornhaut ein. Bislang konnte dann meist nur eine Transplantation von menschlichem Spendergewebe das Sehvermögen wiederherstellen, verbunden mit teils langen Wartezeiten auf eine passende Spende. „Es ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, dass wir unseren Patientinnen und Patienten bei bestimmten Erkrankungen nun eine wirksame Alternative anbieten können, die wir zudem besser planen können“, sagt Prof. Dr. Swaantje Grisanti, Oberärztin der Klinik für Augenheilkunde und Operateurin der Eingriffe.


Verwendet wird ein künstliches Hornhaut-Implantat aus Acrylat-Copolymer, einem transparenten und elastischen Material, das die Funktion der Hornhaut-Innenseite übernimmt. Es entzieht ihr Flüssigkeit und schützt sie anschließend vor erneuten Wasseransammlungen. Die ersten Ergebnisse nach den rund 30-minütigen Operationen seien vielversprechend, so Prof. Grisanti: „Bei allen vier Patientinnen und Patienten verbesserte sich die Sehkraft deutlich, weil die Hornhaut wieder klar und durchsichtig wurde. Außerdem hatten sie weniger Schmerzen nach der OP, weil die Hornhautoberfläche wieder glatter ist.“ Die weitere augenärztliche Nachsorge erfolgt in der Klinik ambulant. Die neue Methode ist aus Sicht der Expertin besonders für schwere und komplizierte Fälle geeignet. Sie kommt auch für Patientinnen und Patienten in Frage, bei denen eine frühere Hornhauttransplantation mit Spendergewebe nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat.



Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus


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