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Kliniken treiben Einführung der ePA trotz widriger Bedingungen voran

  • vor 10 Stunden
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[DKG - Berlin, Mittwoch, 25.03.2026]




DKI-Umfrage zur elektronischen Patientenakte


Die Krankenhäuser in Deutschland treiben die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) mit Hochdruck voran. Eine aktuelle Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unter 489 Krankenhäusern zeigt eine deutliche Dynamik trotz schwieriger Rahmenbedingungen: Inzwischen haben 40 Prozent der Häuser mit der Pilotierung in den Versorgungsprozessen begonnen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Spätsommer 2025, als dieser Wert noch bei lediglich sieben Prozent lag. Dennoch bleibt die flächendeckende Nutzung ein Kraftakt. Verzögert wird der Prozess vor allem dadurch, dass die Softwarehersteller die Updates nur schleppend bereitstellen und der Zeitplan zur ePA-Einführung zu ambitioniert war.


Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die Diskrepanz zwischen dem Willen der Kliniken und der technischen Realität: 90 Prozent der Krankenhäuser haben die technische Inbetriebnahme bereits gestartet. Gleichzeitig verfügen jedoch 18 Prozent der Häuser auch mehr als fünf Monate nach der bundesweiten Nutzungsverpflichtung noch immer nicht über ein Update ihres Krankenhausinformationssystems (KIS). Viele Krankenhäuser konnten erst weit nach der bundesweiten Nutzungsverpflichtung mit einem solchen ausgestattet werden. Die verzögerte Auslieferung bringt einige Häuser nun in Gefahr, ab dem 1. April Kürzungen der TI-Pauschale hinnehmen zu müssen.


Eine Kernherausforderung ist den Ergebnissen der Umfrage zufolge die Praxistauglichkeit der Lösungen. So fehlen häufig notwendige Funktionen zur Umsetzung von Upload-Automatismen, was dazu führt, dass Dokumente nur händisch hochgeladen werden können. „Die Krankenhäuser leisten ihren Teil der Hausaufgaben, aber die Lösungen in den Primärsystemen sind noch nicht gut nutzbar. Wenn grundlegende Funktionen wie der automatisierte Datentransfer oder praxistaugliche Lösungen zur Umsetzung von Widersprüchen fehlen, erzeugt das im ohnehin belasteten Klinikalltag einen Mehraufwand, der die Akzeptanz der ePA gefährdet“, erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Prof. Dr. Henriette Neumeyer.


Die Umfrage unterstreicht erneut, dass die ursprünglichen Zeitpläne zu ambitioniert waren und die Komplexität der Krankenhausprozesse nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Die Eignungsfeststellung für den bundesweiten Rollout erfolgte aus Sicht der Krankenhäuser zu früh. Wegen der komplexen technischen Inbetriebnahmeprozesse konnten die meisten Pilothäuser zu diesem Zeitpunkt noch keine Erfahrung mit der ePA-Nutzung in der Versorgung machen. Darüber hinaus müssen die Krankenhäuser neben der technischen Anbindung komplexe rechtliche Anforderungen umsetzen, etwa bei Widersprüchen von Patientinnen und Patienten gegen die ePA oder dem Schutz besonders sensibler Daten wie gendiagnostischer Befunde.


Die Widrigkeiten beim Rollout zeigen sich auch bei den Prognosen: Aktuell gehen 43 Prozent der befragten Häuser davon aus, dass eine krankenhausweite Nutzung der ePA erst ab dem dritten Quartal 2026 möglich sein wird. „Die Einführung der ePA im Krankenhaus ist ein echtes Transformationsprojekt, im Rahmen dessen viele prozessuale und organisatorische Anpassungen vorgenommen werden müssen. Die Krankenhäuser können nicht einfach einen Schalter umlegen, und dann funktioniert es. Nach der späten Bereitstellung der Lösungen benötigen die Krankenhäuser nun Zeit für die technische Inbetriebnahme und prozessuale Integration der ePA, damit sie ihr Potential in der Krankenhausversorgung entfalten kann. Alle Beteiligten haben erkannt, dass die technische Inbetriebnahme der ePA und ihre Einbindung in die Abläufe eines Krankenhauses deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich angenommen. Künftige Umsetzungsfristen sollten diesem Umstand stärker Rechnung tragen, um unrealistische Erwartungen zu vermeiden und die Akzeptanz der ePA zu erhöhen“, sagt Neumeyer auch im Hinblick auf die nächsten Ausbaustufen der ePA in den kommenden Jahren.


Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts



Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.

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