Ukraine zeichnet Prof. Jens Scholz mit Verdienstorden aus
[Mitglieder-Bericht 119/2026, Kiel/Lübeck, Donnerstag, 17.09.2026]

Von Präsident Wolodymyr Selenskyj verliehene staatliche Auszeichnung würdigt die Hilfsaktion „UKSH hilft Ukraine“ und das breite Netzwerk hinter der Unterstützung
Gestern, 16. September 2026, ist Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender (CEO) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), mit dem Verdienstordens III. Klasse der Ukraine ausgezeichnet worden. Die von Präsident Wolodymyr Selenskyj verliehene staatliche Auszeichnung wurde Prof. Scholz bei einem Festakt auf dem Campus Kiel des UKSH vom ukrainischen Botschafter S.E. Oleksii Makeiev überreicht. Prof. Scholz nahm den Orden stellvertretend für alle entgegen, die sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges an der Hilfsaktion „UKSH hilft Ukraine“ beteiligen.
Durch die Hilfsaktion konnten seit 2022 Medikamente, Narkose- und Beatmungsgeräte, Operationssaalausstattung, Krankenhausbetten und weitere medizinische Hilfsgüter mit bislang über 30 Lkw-Transporten in die Ukraine gebracht werden. Bis August 2026 erreichte das Gesamtengagement einen Wert von mehr als 7,8 Millionen Euro. Zudem wurden an den Campi Kiel und Lübeck fast 16.000 Patientinnen und Patienten aus der Ukraine versorgt. Geflüchtete ukrainische Pflegekräfte unterstützt das UKSH mit Sprachkursen sowie bei der beruflichen Anerkennung und der Integration in Beruf und Alltag. Fast 80 von ihnen konnten so bislang am UKSH eine Tätigkeit als Pflegekraft in Deutschland aufnehmen.
„Mit dieser Auszeichnung dankt die Ukraine Prof. Scholz und allen, die diese Hilfe seit Jahren möglich machen. Ihre Unterstützung trägt dazu bei, die medizinische Versorgung auch unter schwierigsten Bedingungen aufrechtzuerhalten und Menschen in der Ukraine konkrete Hilfe zukommen zu lassen“, sagte Botschafter Makeiev bei der Verleihung.
„Ich nehme diesen Orden mit großer Dankbarkeit stellvertretend für alle entgegen, die unsere Hilfsaktion seit 2022 tragen. Das UKSH steht fest an der Seite der Ukraine. Wir werden unsere medizinische und humanitäre Unterstützung fortsetzen, solange sie gebraucht wird“, sagte Prof. Scholz.
Zu den Gästen des Festaktes gehörte Ministerpräsident Daniel Günther, der das Engagement des UKSH und der zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer würdigte. „Die Hilfsaktion des UKSH ist ein starkes Zeichen der Solidarität. Sie zeigt eindrucksvoll, was gemeinsames Handeln bewirken kann. Viele Menschen, Unternehmen und Institutionen aus Schleswig-Holstein haben Verantwortung übernommen und dazu beigetragen, die medizinische Versorgung in der Ukraine zu unterstützen und Menschen aus der Ukraine zu helfen, die bei uns Schutz gefunden haben“, sagte Ministerpräsident Günther.
Breites Netzwerk trägt die Hilfe

Das UKSH arbeitet seit 2014 wissenschaftlich und medizinisch mit Einrichtungen in der Ukraine zusammen. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges rief der Vorstand 2022 die Aktion „UKSH hilft Ukraine“ ins Leben. Seither koordiniert der UKSH Freunde- und Förderverein, UKSH Wissen schafft Gesundheit e. V., die Spendenaktivitäten unter dem Motto „Gutes tun!“.
Getragen wird die Hilfe von einem breiten Netzwerk aus Privatpersonen, Mitarbeitenden des UKSH, Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und der öffentlichen Hand. Dazu gehören unter anderem Dräger, G. Pohl-Boskamp, das Land Schleswig-Holstein, die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie der Berufsverband Deutscher Anästhesisten.
Eine wichtige Rolle bei der gezielten Ausrichtung der Hilfe spielen PD Dr. Dr. h.c. Hryhoriy Lapshyn, Oberarzt der Klinik für Chirurgie am Campus Lübeck, und seine Dr. Olha Lapshyna, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Campus Lübeck: Über ihre engen Verbindungen in die Ukraine ermitteln sie Bedarfe, vermitteln Kontakte zu Kliniken und weiteren Einrichtungen und unterstützen die Koordination vor Ort.
Unterstützung bleibt notwendig
Auch mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges wird medizinische und humanitäre Hilfe in der Ukraine dringend benötigt. Der UKSH Freunde- und Förderverein setzt die Aktion „UKSH hilft Ukraine“ deshalb fort und ruft Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen dazu auf, die Unterstützung weiter mitzutragen.
„Was seit 2022 entstanden ist, wäre ohne die außergewöhnliche Hilfsbereitschaft vieler Menschen und Unternehmen nicht möglich gewesen. Dafür sind wir sehr dankbar. Gleichzeitig erreichen uns weiterhin konkrete Bedarfe aus ukrainischen Kliniken. Medikamente, Medizintechnik und medizinisches Material werden nach wie vor dringend benötigt“, sagte Pit Horst, Geschäftsführer des UKSH Freunde- und Fördervereins. „Die Auszeichnung ist deshalb auch ein guter Anlass, den Blick wieder auf die Hilfsaktion zu richten. Jede weitere Unterstützung hilft uns, gezielt dort zu helfen, wo sie gebraucht wird.“
Informationen zur Hilfsaktion und zu den Möglichkeiten, sich mit einer Spende zu beteiligen, gibt es unter www.uksh.de/ukrainehilfe.
Pressekontakt
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Stabsstelle Fundraising, Pit Horst
Tel.: 0451 500-10500, gutestun@uksh.de
Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus



