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Orden des Heiligen Panteleimon für das Kleeblattkonzept


[Mitglieder-Bericht 132/2025, Kiel, Montag, 06.10.2025]

Mariya Maksymtsiv, Vorsitzende des Auslandsrats des Ordens, überreichte die Auszeichnung an Prof. Dr. André Gottschalk, ärztlicher Fachberater im Kleeblatt Nord, der den Orden stellvertretend für die Mitglieder des Kleeblatt-Steuerungsgremiums entgegennahm. (Bild: UKSH)
Mariya Maksymtsiv, Vorsitzende des Auslandsrats des Ordens, überreichte die Auszeichnung an Prof. Dr. André Gottschalk, ärztlicher Fachberater im Kleeblatt Nord, der den Orden stellvertretend für die Mitglieder des Kleeblatt-Steuerungsgremiums entgegennahm. (Bild: UKSH)

Feierliche Verleihung im UKSH für das bundesweit etablierte Konzept

Das bundesweit etablierte Kleeblattkonzept wurde heute, 6. Oktober, im Institut für Rettungs- und Notfallmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) mit dem Orden des Heiligen Panteleimon ausgezeichnet. Der Orden gehört zu den höchsten Ehrungen in der Ukraine im Bereich des Gesundheitswesens und honoriert humanistische Aktivitäten, die auf die Erhaltung und Stärkung der Gesundheit der ukrainischen Bürgerinnen und Bürger zielen. Mithilfe des Kleeblattkonzepts wurden seit März 2022 rund 1.600 Patientinnen und Patienten verlegt, die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine medizinische Behandlung benötigen, unter ihnen viele Schwerverletzte und auch Kinder.


In Kiel kamen zur feierlichen Veranstaltung, die mit einer Schweigeminute für die Opfer des Krieges begann, viele hochrangige Teilnehmende zusammen. Grußworte sprachen Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium für Gesundheit, Prof. Dr. Kerstin von der Decken, Ministerin für Justiz und Gesundes des Landes Schleswig-Holstein, Ministerialdirigent Lutz Berkling als Vertreter des Arbeitskreises V der Innenministerkonferenz, und der Generalarzt Dr. Thomas Harbaum, Kommandeur und Ärztlicher Direktor des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg. Den Orden des Heiligen Panteleimon nahm stellvertretend für die Mitglieder des Kleeblatt-Steuerungsgremiums Prof. Dr. André Gottschalk, ärztlicher Fachberater im Kleeblatt Nord, entgegen.


Ordensverleihung im Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des UKSH (Bild: UKSH)
Ordensverleihung im Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des UKSH (Bild: UKSH)

Große Dankbarkeit


Wir wollen mit der Ordensverleihung die große Dankbarkeit des ukrainischen Volkes ausdrücken. Schwerverletzte Patientinnen und Patienten, die in der Ukraine ihren Verwundungen erlegen wären, haben durch die unglaubliche Organisationsleistung des Kleeblattgremiums eine sehr gute Behandlung in Deutschland erhalten und die Chance, weiterzuleben. Es gibt nichts Wertvolleres – sowohl für die Menschen selbst als auch für ihre Angehörigen“, sagte Mariya Maksymtsiv, Vorsitzende des Auslandsrats des Ordens, die die Zeremonie offiziell eröffnete und den Orden überreichte. Der hohe Rat des Ordens in der Ukraine hatte sich zuvor einstimmig für die Ehrung des Kleeblattkonzepts ausgesprochen.


Das Kleeblattkonzept wurde während der Corona-Pandemie maßgeblich von den Bundesländern und unter Beteiligung von Bundesministerien als Strategie zur Verlegung von intensivpflichtig erkrankten COVID-19-Patientinnen und -Patienten entwickelt, um unter anderem regionale Überlastungen abzufedern. Dabei haben sich mehrere Bundesländer zu jeweils einem „Kleeblatt“ zusammengeschlossen und aus ihrem Kreis eine zentrale Anlaufstelle bestimmt (Single Point of Contact). Seit März 2022, dem Beginn des russischen Angriffskriegs, wurden diese etablierten Strukturen weiterentwickelt und mit ihrer Hilfe ukrainische Patientinnen und Patienten nach Deutschland evakuiert, die dringend medizinische Behandlung benötigen. Dabei sind die Schnittstellen so optimiert, dass das Vorgehen nahtlos an die ukrainische Rettungskette heranreicht und bis ins deutsche Krankenhaus und sogar bis hin zum medizinischen Krankenrücktransport organisiert ist.


Prof. Dr. André Gottschalk, ärztlicher Fachberater im Kleeblatt Nord, zu dem Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gehören, sagt: „Es ist für alle Beteiligten im Kleeblattkonzept eine große Ehre, den Orden des Heiligen Panteleimon entgegennehmen zu dürfen. Hiermit wird das gesamte in Deutschland einmalige Konzept der strategischen Patientenverlegung gewürdigt. Wir freuen uns, heute den Preis stellvertretend für alle am Konzept beteiligten Institutionen und Einzelpersonen, von den Mitgliedern der Steuerungsgremien, den Teams an den Flughäfen bis zu den in die Zielkrankenhäuser weiterverlegenden Rettungskräften, entgegennehmen zu dürfen.


Strategische Verlegung von Patientinnen und Patienten


Das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des UKSH unter der Leitung von Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner war an der Entwicklung des Kleeblattkonzepts beteiligt. Prof. Gräsner vertritt den Bereich Notfallmedizin in der Fachgruppe COVRIIN, die am Robert Koch-Institut koordiniert wird. Die Fachgruppe berät die Bundesländer und Krankenhäuser unter anderem bei Fragen zur strategischen Verlegung von Patientinnen und Patienten in und nach Deutschland. Das IRuN ist zudem Teil des operativen und strategischen Steuerungsgremiums des Kleeblattkonzepts und koordiniert die Fachgutachten der Patientinnen und Patienten, bevor sie nach Deutschland kommen. Die UKSH-Expertinnen und -Experten sprechen in jedem dieser Fälle eine Empfehlung für die aufnehmenden Kleeblätter hinsichtlich des Kliniklevels, der Transportmittel und der benötigten Fachdisziplinen aus.


Der Heilige Panteleimon gilt als Patron der Ärztinnen, Ärzte und Hebammen. 2009 hatte das Gesundheitsministerium der Ukraine erstmals eine Auszeichnung vergeben, die an Persönlichkeiten verliehen wurde, die sich durch herausragende Verdienste hervortaten und zur Entwicklung des Gesundheitswesens und der medizinischen Wissenschaft beitrugen. Die Auszeichnung wurde von jedem Primas der drei größten christlichen Kirchen in der Ukraine beschlossen und gesegnet. Seit 2017 wird diese Ehrung „Orden des Heiligen Panteleimon“ genannt. 2024 wurden aufgrund des Krieges Auslandsräte in elf Ländern außerhalb der Ukraine eingerichtet, die das Auswahlverfahren für die zu ehrende Persönlichkeit durchführen.


UKSH hilft Ukraine


Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, CEO des UKSH, erhielt im August 2024 den Orden des Heiligen Panteleimon. Prof. Scholz wurde so für die Aktion „UKSH hilft Ukraine“ ausgezeichnet – und mit ihm alle UKSH-Mitarbeitenden, die sich für die Menschen in und aus der Ukraine eingesetzt haben und weiter engagieren. Für die Hilfsaktion kamen bis heute rund 7,5 Millionen Euro zusammen. 30 Lieferungen mit medizinischen Hilfsgütern konnten bisher in viele ukrainische Krankenhäuser entsandt werden. Darüber hinaus wurden viele, die in der Ukraine aufgrund des Krieges nicht mehr behandelt werden können, in Kiel und Lübeck versorgt: bislang rund 11.600 Patientinnen und Patienten.


Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus

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