Neue Therapie gegen Alzheimer: Erste Patienten am UKSH behandelt
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[Mitglieder-Bericht 027/2026, Donnerstag, 19.02.2026]

Die Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hat die ersten drei Patienten mit neuen Antikörper-Medikamenten gegen die Alzheimerkrankheit behandelt. Die Europäische Kommission hatte zwei Wirkstoffen im vergangenen September die Marktzulassung erteilt, die den Krankheitsverlauf merklich verlangsamen können – ein Hoffnungsschimmer für viele Betroffene und ihre Familien.
Bei der Alzheimerkrankheit lagern sich Proteine, sogenannte Amyloid-Plaques, im Gehirn ab. Damit startet eine Krankheitskaskade, mit der ein langsam fortschreitender Untergang von Nervenzellen einhergeht. Die neuen Antikörper-Medikamente richten sich gegen diese Plaques und beseitigen sie. Die Therapie zielt damit erstmals auf die Ursachen der Erkrankung.
„Studien haben gezeigt, dass die Wirkstoffe die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten in das nächste Stadium der Alzheimerkrankheit reduzieren und zu einem besseren Erhalt der Lebensqualität der Betroffenen führen“, sagt Prof. Dr. Thorsten Bartsch, Leiter der Demenzambulanz und leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie. „Die Alzheimerkrankheit ist eine chronisch voranschreitende Krankheit, die durch die neue Behandlung abgebremst wird. Sie führt aber nicht zu einer Heilung oder einem Rückgang der Erkrankung.“
Die Behandlung, die alle zwei oder vier Wochen durch eine Infusion erfolgt, ist für Patientinnen und Patienten mit früher Alzheimerkrankheit zugelassen. Die Behandlungsdauer ist je nach Medikament unterschiedlich lang und reicht von 18 Monaten bis zu einer Dauertherapie. Aufgrund der strengen Zulassungskriterien sind vor dem Behandlungsstart umfangreiche Tests nötig. Nach Schätzung von Prof. Bartsch kommen wenige hundert Patientinnen und Patienten in Schleswig-Holstein für die neue Therapie infrage.
Die Behandlungen werden in Kürze auch am Campus Lübeck durchgeführt werden.
Die Alzheimerkrankheit ist die häufigste Ursache für eine Demenz. Der Prozess des Abbaus von Nervenzellen im Gehirn beginnt viele Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome, zu denen Gedächtnis- und Orientierungsstörungen gehören. Das Risiko für die Alzheimerkrankheit steigt mit dem Alter. In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz.
Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus



