Neue Spezialambulanz in den Segeberger Kliniken
[Mitglieder-Bericht 136/2026, Bad Segeberg, Montag, 26.10.2026]

Das Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken erweitert sein spezialisiertes Angebot um eine Ambulanz für infektiöse und entzündliche Herzerkrankungen.
Im Mittelpunkt stehen die Diagnostik und Behandlung der infektiösen Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut), der Myokarditis (Entzündung der mittleren Herzwand) sowie weiterer entzündlicher Erkrankungen des Herzmuskels und Herzbeutels. Ziel ist es, komplexe Krankheitsbilder frühzeitig abzuklären und die Behandlung individuell auf die Patientinnen und Patienten abzustimmen.
Fachübergreifende Expertise für komplexe Krankheitsbilder
„Entzündliche Herzerkrankungen können sehr unterschiedliche Verläufe nehmen und sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Umso wichtiger sind eine strukturierte Diagnostik und die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen“, betont Prof. Dr. med. Holger Nef, Klinikdirektor und Chefarzt des Herz- und Gefäßzentrums. „Wir können in unserem Haus kardiologische und herzchirurgische Expertise zusammenführen und so auch bei komplexen Krankheitsverläufen gemeinsam fundierte Therapieentscheidungen treffen.“
Endokarditis: frühzeitig erkennen und gezielt behandeln
Ein Schwerpunkt der neuen Spezialambulanz ist die infektiöse Endokarditis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenhaut, die häufig auch die Herzklappen betrifft und lebensbedrohlich verlaufen kann. Da sich die Erkrankung mitunter schleichend entwickelt und zunächst unspezifische Beschwerden verursacht, ist eine frühzeitige Abklärung besonders wichtig.
Jeder Verdacht auf eine Endokarditis wird im Herz- und Gefäßzentrum in einem interdisziplinären Endokarditis-Board besprochen. Dort bewerten Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen die Befunde gemeinsam und legen das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen fest. Je nach Krankheitsbild reicht das Behandlungsspektrum von einer gezielten Antibiotikatherapie über interventionelle Verfahren bis hin zu einer herzchirurgischen Versorgung.
Moderne Diagnostik bei Entzündungen des Herzmuskels
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Myokarditis, einer Entzündung des Herzmuskels, sowie auf Entzündungen des Herzbeutels. Für die Diagnostik stehen moderne bildgebende Verfahren zur Verfügung, darunter die Echokardiographie und die kardiale Magnetresonanztomographie (MRT). Bei ausgewählten Patientinnen und Patienten kann zudem eine Gewebeprobe des Herzmuskels erforderlich sein, um die Ursache der Erkrankung genauer zu bestimmen.
Nach einer Myokarditis sicher zum Sport zurückkehren
Besondere Bedeutung hat auch die Frage, wann nach einer Myokarditis wieder Sport und körperliche Belastung möglich sind. Hier arbeitet die Spezialambulanz eng mit der präventiven Sportmedizin und Sportkardiologie zusammen.
„Gerade für junge und sportlich aktive Menschen ist es wichtig, nach einer Myokarditis eine verlässliche Einschätzung ihrer Belastbarkeit zu erhalten. Eine zu frühe intensive Belastung kann Risiken bergen. Gleichzeitig möchten wir vermeiden, dass Betroffene länger als medizinisch notwendig auf Sport verzichten müssen“, erklärt Dr. med. Maximilian Corsten, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin. „Deshalb beurteilen wir die Rückkehr zu körperlicher Aktivität individuell und berücksichtigen dabei unter anderem den Krankheitsverlauf, die Herzfunktion, die Ergebnisse der Bildgebung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen.“
Anlaufstelle für zuweisende Ärzte und Kliniken
Die Spezialambulanz richtet sich sowohl an Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Krankheitsbildern als auch an zuweisende Ärztinnen und Ärzte und externe Kliniken. Bei komplexen Fragestellungen ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme ausdrücklich erwünscht. Auch Befunde und Bilddaten aus anderen Krankenhäusern können in die interdisziplinäre Beurteilung einbezogen werden.
Mit dem neuen Angebot stärkt das Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken die spezialisierte Versorgung von Menschen mit infektiösen und entzündlichen Herzerkrankungen. Die enge Verzahnung von ambulanter Betreuung, moderner Diagnostik, interventioneller Kardiologie und Herzchirurgie ermöglicht eine abgestimmte Behandlung auch bei anspruchsvollen Krankheitsverläufen.
„Mit der Spezialambulanz schaffen wir für Betroffene einen gezielten Zugang zu unserer Expertise. Gleichzeitig entwickeln wir mit diesem Schritt die modere Herzmedizin kontinuierlich weiter. Unser Anspruch ist es, für jeden einzelnen Patienten den medizinisch bestmöglichen Behandlungsweg zu finden, auf Grundlage der gebündelten Kompetenz des Herz- und Gefäßzentrums“, so Prof. Nef.
Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken
Das Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken ist eines der größten in Norddeutschland. Es gliedert sich in die Bereiche: Kardiologie und Angiologie mit der Sektion Gefäßchirurgie, der Klinik für Herzchirurgie, der Abteilung für Kardioanästhesie sowie der kardiologischen Rehabilitation. Diagnostik und Therapie aller Erkrankungen des Herzens und der Gefäße sind möglich.
Die Expertise der spezialisierten Teams zeigt sich in mehr als 5.000 koronaren Herzkatheterbehandlungen, über 600 Herzschrittmacherimplantationen, 550 Herzklappenbehandlungen, etwa 500 herzchirurgischen Eingriffen und mehr als 1.100 Ablationen bei Herzrhythmusstörungen pro Jahr.
Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus



