2.500 Nierentransplantationen am UKSH, Campus Lübeck
- kgsh
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
[Mitglieder-Bericht 008/2026, Lübeck, Montag, 26.01.2026]

Am Interdisziplinären Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, wurden 2.500 Nieren transplantiert. Der 66-jährige Patient, der die 2.500. Niere erhielt, war chronisch nierenkrank und hatte zehn Jahre auf das Organ gewartet. Die erste Nierentransplantation fand am Campus Lübeck im November 1980 statt. Seither wurde jährlich etwa 50 bis 60 Patientinnen und Patienten ein Leben ohne die sonst notwendige Dialyse ermöglicht.
Das Transplantationszentrum, eine Einrichtung der Medizinischen Klinik I, Bereich Nephrologie, und der Klinik für Chirurgie, ist auf Nierentransplantationen spezialisiert. Häufig werden komplexe Fälle versorgt, etwa Patientinnen und Patienten nach wiederholter Transplantation, mit immunologischen Risikofaktoren oder einer nicht zum Spender passenden Blutgruppe. Die Nierentransplantation nach einer Lebendspende hat sich als ein besonderer Schwerpunkt am Campus Lübeck entwickelt. Von den 2.500 Transplantationen konnten 464 Nierentransplantationen dank einer Lebendspende durchgeführt werden, zum Beispiel des Partners oder einer Angehörigen der Patientin oder des Patienten.
Aufgrund großer Fortschritte in Medizin und Forschung haben sich die Erfolgsaussichten einer Nierentransplantation stetig verbessert. „Zehn Jahre nach der Operation funktionieren noch deutlich mehr als die Hälfte der transplantierten Nieren. Eine bis heute funktionierende Spenderniere wurde in unserem Zentrum 1982 implantiert“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tobias Keck, Direktor der Klinik für Chirurgie, Campus Lübeck.
Wenn die Nieren nicht mehr in der Lage sind, ihre Filterfunktion zu erfüllen – Ursache dafür können zum Beispiel Diabetes oder eine Nierenschädigung durch Bluthochdruck sein - müssen Patientinnen und Patienten in den meisten Fällen zunächst zur Dialyse. Ein Gerät filtert regelmäßig Substanzen aus ihrem Blut, die normalerweise mit dem Urin, der in den Nieren produziert wird, ausgeschieden wird. Diese Therapie bringt allerdings erhebliche Beeinträchtigungen für die Betroffenen mit sich. Die einzige Hoffnung auf eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität ist dann eine Nierentransplantation.
„Nach einer gewissen Erholungsphase ist das Leben nach Transplantation besser als vorher an der Dialyse. Gerade jüngere Patientinnen und Patienten können schon kurze Zeit nach der OP ihre Arbeit wieder aufnehmen und ein ziemlich normales Leben führen“, sagt PD Dr. Martin Nitschke, stellvertretender Direktor der der Medizinischen Klinik I und Leiter des Bereichs Nephrologie und Transplantation.
Wie lange Patientinnen und Patienten, die eine Nierenspende benötigen, warten müssen, ist abhängig von ihrem Alter. Menschen zwischen 18 und 64 Jahren warten in der Regel am längsten auf ein Spenderorgan, im Mittel acht bis neun Jahre. Gerechnet wird die Wartezeit vom ersten Tag der dauerhaften Dialysetherapie bis zur Transplantation. Derzeit stehen in Deutschland 6.200 Menschen, die eine „neue“ Niere benötigen, auf der Warteliste.
Im vergangenen Jahr wurden am UKSH insgesamt 150 Organe, darunter auch Lebern, Herzen und Lungen, transplantiert; seit 1979 waren es in Kiel und Lübeck 5.833 Organe, davon 3.300 in Kiel und 2.533 in Lübeck.
Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus



