Trotz Corona: Deutliche Steigerung der Transplantationszahlen am UKSH

[Mitglieder-Bericht 017/2020 - Dienstag, 01.12.2020


Mithilfe des High-Tech-Roboters „Da Vinci“ können Nieren-Lebendspenden noch schonender durchgeführt werden

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) werden Patientinnen und Patienten, die eine Transplantation benötigen, auch in schwierigen Zeiten optimal versorgt. So fanden am Campus Kiel im Pandemie-Jahr 2020 sogar deutlich mehr Lebertransplantationen statt als im Vorjahr. Die Anzahl stieg von 28 auf 55. Das Lebertransplantationsprogramm am Campus Kiel ist gegenwärtig das zweitaktivste in Deutschland. Insgesamt wurden im Interdisziplinären Transplantationszentrum des UKSH bislang über 5000 Transplantationen durchgeführt.


Weltweit hingegen hatte die Pandemie dazu geführt, dass weniger Transplantationen als sonst stattfanden. In Deutschland gingen die Zahlen um durchschnittlich 14 Prozent zurück, in den USA um 50 Prozent, in Spanien um 75 und in Frankreich sogar um 90 Prozent. Prof. Dr. Felix Braun, Leiter der Sektion für Klinische Transplantationsmedizin der Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie des UKSH, Campus Kiel, begründet den gegenläufigen Trend in Kiel: „Schleswig-Holstein war von der Corona-Pandemie weniger stark betroffen als andere Regionen. Aufgrund der erweiterten Intensivkapazitäten konnten jedoch mehr schwerkranke Leberpatientinnen und -patienten übernommen werden.“


Die hohe Versorgungsqualität, aber auch eine gute Vernetzung mache die Stärke des Transplantationsprogramms des UKSH aus. Zu letzterem trägt das Kompetenznetz Lebertransplantation in Schleswig-Holstein bei. Expertinnen und Experten des Transplantationszentrums sowie der Krankenhäuser und Schwerpunktpraxen des Landes stehen dabei im engen Austausch, um die Zusammenarbeit und Abläufe weiter zu optimieren. Die Leuchtturmfunktion des Lebertransplantationsprogramms wurde unterstrichen durch ein Grußwort von Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Patientenbeauftragte im Bundestag, bei einer Kompetenznetz-Veranstaltung im November.


Auch zunehmend komplexe Fälle werden am UKSH mit großer Expertise versorgt, etwa Patientinnen und Patienten mit akut-auf-chronischem Leberversagen, bei denen eine chronische Lebererkrankung in das gleichzeitige Versagen mehrerer Organe mündet. „Das Fenster für eine lebensrettende Transplantation beträgt hier oftmals nur wenige Tage“, sagt Dr. Rainer Günther, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin I und Bereichsleiter Hepatologie.


Am Campus Kiel erfolgten 2020 neben den Lebertransplantationen neun Herz-, 34 Nieren- und zwei Pankreastransplantationen. Im Bereich der Herztransplantation gelang dem Team um Prof. Dr. Assad Haneya aus der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Jochen Cremer) ebenfalls eine deutliche Steigerung der Transplantationszahlen. Unter den 2020 erfolgten Nierentransplantationen konnten zwölf durch Lebendspenden stattfinden, die nunmehr standardmäßig robotisch-assistiert operiert werden.


Für die hohe Expertise auf dem Gebiet der modernen Roboterchirurgie steht hierbei insbesondere Prof. Dr. Thomas Becker, Direktor der Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral, Thorax, Transplantations- und Kinderchirurgie. Das Team um Prof. Dr. Ulrich Kunzendorf, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV mit den Schwerpunkten Nieren- und Hochdruckkrankheiten, ermöglicht bei der Lebendspende-Nierentransplantation durch ein spezielles Behandlungsprotokoll auch eine Transplantation bei nicht-verträglichen Blutgruppen.


Für Rückfragen von Journalisten steht zur Verfügung:


Prof. Dr. Felix Braun

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie

Tel.: 0431 500-33420

E-Mail: felix.braun@uksh.de



Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus




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