Stammzell- und Immuntherapie am UKSH Campus Kiel ausgezeichnet

[Mitglieder-Bericht 027/2022 - Kiel, 27. Juli 2022]

 


Freude über den ersten Connex® Spot Monitor auf Station 24 (Bild: Sana Kliniken Lübeck)
Klinikdirektorin Prof. Dr. Claudia Baldus (r.) und Dr. Natalie Schub, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin II, freuen sich über das JACIE-Siegel für das Dr.-Mildred-Scheel-Haus. (Bild: UKSH Kiel)

Campus Kiel des UKSH mit europäischem Gütesiegel JACIE ausgezeichnet


Das Dr.-Mildred-Scheel-Haus mit der Sektion für Stammzell- und Immuntherapie hat ein weiteres wichtiges Prüfsiegel erhalten: Für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit CAR-T Zellen wurde die Einrichtung von der internationalen JACIE-Organisation akkreditiert – zusätzlich zum bereits bestehenden JACIE-Zertifikat für die Stammzelltherapie. Damit erhalten die Expertinnen und Experten eines der höchsten internationalen Qualitätssiegel für diese hochspezialisierte und innovative Therapieform.


„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung“, sagt Prof. Dr. Claudia Baldus, Direktorin der Klinik für Innere Medizin II, zu der die Sektion für Stammzell- und Immuntherapie gehört, „denn sie zeigt unseren Patientinnen und Patienten, dass ihnen bei uns die Therapie auf höchstem Niveau angeboten wird. Dafür haben wir uns einem aufwändigen und anspruchsvollen Akkreditierungsprozess unterzogen.“ Bei einem Prüfbesuch wurden alle Abläufe und Richtlinien von externen Fachleuten geprüft und für sehr gut befunden. JACIE steht für „Joint Accreditation Committee International Society for Cellular Therapy and the European Group for Blood and Marrow Transplantation“. Das Zertifikat ist auch eine wichtige Voraussetzung, um mit internationalen Partnern zusammenarbeiten zu können.


Die Behandlung mit CAR-T-Zellen zählt zu den individualisierten Krebsimmuntherapien für Kinder und Erwachsene, die bei bestimmten Blut- bzw. Lymphdrüsenkrebserkrankungen eingesetzt werden kann. Dazu zählen die akute lymphatische Leukämie (ALL), Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) und das Multiple Myelom. Bei der CAR-T-Zell-Therapie werden T-Zellen aus dem Blut des Patienten oder der Patientin gewonnen, die dann im Labor gentechnisch so verändert werden, dass sie sogenannte chimäre Antigenrezeptoren (CAR) auf ihrer Oberfläche bilden, die gegen krebsspezifische Oberflächenproteine gerichtet sind. Die Immunzellen werden somit künstlich auf den Krebs „scharf geschaltet“. Die so veränderten Zellen werden den Erkrankten zurückinfundiert, wo sie sich idealerweise vermehren und zu einer Immunreaktion gegen den Krebs führen.


Im Dr.-Mildred-Scheel-Haus wird diese hochspezialisierte Therapie seit 2019 eingesetzt und wurde bisher bei rund 40 Patientinnen und Patienten angewendet. Das Universitäre Cancer Center Schleswig-Holstein (UCCSH), in dem sich alle onkologisch tätigen Einrichtungen des UKSH zusammengeschlossen haben, ist die einzige Einrichtung in Schleswig-Holstein, die das sehr aufwändige und teure Verfahren für erwachsenen und pädiatrische Patienten anwenden darf.


Das Dr.-Mildred-Scheel-Haus mit der Sektion für Stammzell- und Immuntherapie ist mit wesentlicher Unterstützung der Deutschen Krebshilfe eingerichtet worden, um die Knochenmarktransplantation in Schleswig-Holstein auf hohem Niveau auszubauen. Mittlerweile wurden hier über 1.800 Transplantationen mit Zellen des blutbildenden Systems bei Erwachsenen und – in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin I (Prof. Dr. M. Schrappe/Prof. Dr. G. Cario) – bei Kindern durchgeführt.



Für Rückfragen von Journalistinnen und Journalisten steht zur Verfügung


Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Klinik Innere Medizin II

Prof. Dr. Claudia Baldus

Tel.: 0431 500-22500

Mail: Claudia.Baldus@uksh.de



Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus