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Qualitätssicherung für die Gesetzgebung


[DKG-/Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH Meldung - Düsseldorf, Donnerstag 16.11.2023]

 


46. Deutscher Krankenhaustag - Abschlusstag


Forderungen nach einem Vorschaltgesetz, Entbürokratisierung und einem Ende der Verunsicherung sowohl für die Krankenhäuser als auch die Mitarbeitenden haben den Abschlusstag des 46. Deutschen Krankenhaustages in Düsseldorf gekennzeichnet.


Im Forum des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) stellte der Präsident des Verbandes Dr. Josef Düllings klar, dass die anstehende Finanzierungsreform der Kliniken sowohl zu spät als auch mit falscher Priorität gesetzt werde. „Für mich steht fest, dass es schnelle und nachhaltige Hilfen für die Krankenhäuser geben muss, um der bevorstehenden dramatischen Versorgungskrise entgegenzutreten.Düllings forderte deshalb ein Vorschaltgesetz zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser, die systematische Anpassung der Landesbasisfallwerte und von der Länderseite eine bedarfsgerechte Finanzierung der Investitionskosten.


Für die Reform sei zudem dringend erforderlich, die realistischen Umsetzungskosten für einen Transformationsfonds zu benennen. „Neben den Reformschritten bei der Finanzierung fordere ich aber auch eine klare Entbürokratisierung. Wir müssen die Überregulierung abbauen. Zudem müssen wir uns alle konstruktiv dem Fachkräftemangel stellen und diesen bekämpfen, anderenfalls werden wir vor zusätzlichen dramatischen Versorgungslücken stehen. Schlussendlich gibt es für mich eine Grundforderung, die ich schon seit Jahren stelle: Wir brauchen eine Qualitätssicherung der Gesetzgebung“, so der VKD-Präsident.


Dass sich die problematische wirtschaftliche Lage und die Unsicherheiten beim Fortgang der Krankenhausreform lang- bis mittelfristig auf die Fachkräftesituation auswirken, betonte Prof. Dr. Julia Oswald von der Hochschule Osnabrück. „Ich vermute, dass die wirtschaftliche Lage, die Insolvenzgefahr und die Debatte um die Krankenhausreform einen Einfluss auf die Studierenden haben können, den Weg in andere Bereiche und nicht in die Gesundheitsversorgung zu wählen“, sagte Oswald. Nicht nur an der Hochschule Osnabrück, auch an anderen Hochschulen sei erkennbar, dass die Studierendenzahlen nach Corona deutlich zurückgehen.


Es sei ein Kampf um den Nachwuchs und das, obwohl man ein Traditionsstudiengang sei. Umso wichtiger sei es, dass Praxis und Theorie zusammenarbeiten. „Wir als Hochschule brauchen den Input der Praxis, um gute Rahmenbedingungen für die Qualifikation der zukünftigen Führungskräfte zu schaffen.


Wolfgang Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vestischen Caritas-Kliniken GmbH, Datteln, spiegelte die politische Ebene mit der ganz praktischen Situation von Kliniken vor Ort. „Für mich kann die NRW-Krankenhausplanung Blaupause für den Bund sein. Der Politik und uns allen muss klar sein, es geht um die Versorgung der Bevölkerung und nicht darum, ob groß gut und klein schlecht ist.“ Die derzeitige wirtschaftliche Lage sei dramatisch, und die in Aussicht stehenden Zahlungen seien noch nicht mal die richtigen Liquiditätshilfen, auf keinen Fall echte Hilfen gegen die Unterfinanzierung. „Ich verstehe den Bund bei seinen Berechnungen nicht. Wenn man immer wieder dasselbe Geld verspricht, wird es nicht mehr. Von den politischen Aussagen bin ich als Praktiker vor Ort schlicht enttäuscht. Wir müssen uns auf eine schwierige Lage im nächsten Jahr einstellen. Ich rechne mit einer Insolvenzwelle.


Der 46. Deutsche Krankenhaustag stand ganz im Zeichen der bevorstehenden Krankenhausreform und der dramatischen finanziellen Situation der Kliniken. Diese Debatten kennzeichneten auch die Rede des Bundesgesundheitsministers Prof. Dr. Karl Lauterbach und die Diskussionsrunde mit dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sowie den Bundestagsabgeordneten Ates Gürpinar und Prof. Dr. Grau.


Die klare Forderung nach einem Vorschaltgesetz betonte der Kongresspräsident PD Dr. Michael A. Weber, zugleich Präsident des Verbands leitender Krankenhausärztinnen und -ärzte (VLK). Über die vier Tage wurden mehr als 1.974 Tickets für den Deutschen Krankenhaustag an die Besucherinnen und Besucher vergeben. Zudem gab es am ersten Kongresstag 545 Zuschaltungen auf die Diskussionen im Livestream.


Auch im kommenden Jahr wird es wieder Diskussionen rund um das Krankenhaus und die Gesundheitspolitik geben. Der 47. Deutsche Krankenhaustag wird wieder auf dem Düsseldorfer Messegelände im Rahmen der MEDICA stattfinden. Informationen zum Krankenhaustag 2024 finden Sie bei LinkedIn und unter www.deutscher-krankenhaustag.de .



Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V. / Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH


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