Neue Tagesklinik für chronisch kranke Kinder, Jugendliche und ihre Eltern am Campus Lübeck

[Mitglieder-Bericht 003/2020 - Lübeck, Mittwoch 19.02.2020]


Kinder- und Jugendmedizin
Kinder- und Jugendmedizin

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an einer chronischen Erkrankung wie Diabetes, Neurodermitis oder Adipositas. Um die jungen Patientinnen und Patienten optimal versorgen zu können, hat das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) am Campus Lübeck eine neue Tagesklinik an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin eingerichtet, die heute (19. Februar) vorgestellt wurde.


Dank moderner Medizin können Kinder und Jugendliche auch mit schweren und seltenen chronischen Erkrankungen überleben, medizinisch gut versorgt aufwachsen und ein alterstypisches Leben führen. Doch müssen sie und ihre Familien zu Experten der Erkrankung werden, um notwendige therapeutische Maßnahmen zuhause selbst umsetzen zu können. Dafür erhalten sie in der Tagesklinik, die bereits Ende 2019 ihren Betrieb aufgenommen hat und in Zukunft bis zu acht Behandlungsplätze bieten wird, viel Wissen und Unterstützung. "Das Angebot unserer Tagesklinik richtet sich an Kinder und Jugendliche mit chronischen körperlichen Erkrankungen, psychosozialen Belastungen und Entwicklungsstörungen. Wir befähigen sowohl die Kinder als auch ihre Familien, die Herausforderungen des Lebens mit einer chronischen Erkrankung anzunehmen und zu meistern", sagte Prof. Dr. Egbert Herting, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Die tagesklinische Versorgung umfasst klassische chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Asthma bronchiale ebenso wie Adipositas, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, schwere Hauterkrankungen, neuropädiatrische Erkrankungen und unklare körperliche Beschwerden, beispielsweise chronische Kopf- oder Bauchschmerzen.


Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein hat die Einrichtung der Tagesklinik maßgeblich unterstützt. "Wir sehen die Tagesklinik als Modellprojekt mit großer regionaler Bedeutung. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, dieses zukunftsweisende Versorgungsangebot in Lübeck zu verwirklichen", sagte Silke Seemann, Referatsleiterin im Ministerium.


"Unsere Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sichert rund um die Uhr die hochspezialisierte Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Aufgrund der steigenden Patientenzahlen und der Komplexität chronischer Erkrankungen war es notwendig, das Leistungsspektrum um das teilstationäre Angebot der Tagesklinik zu erweitern", sagte Peter Pansegrau, Kaufmännischer Vorstand des UKSH.


Dem interdisziplinären Team der neuen Tagesklinik unter der Leitung von Oberarzt Dr. Ingo Menrath stehen umfangreiche diagnostische und therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung, um eine optimale Versorgung der Kinder zielgerichtet einzuleiten oder anzupassen. Belastende stationäre Aufenthalte werden vermieden oder verkürzt. In einem Umfeld, das nicht an ein Krankenhaus erinnert, leiten Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen und Pädagogen die Kinder im Umgang mit der Erkrankung an, stärken ihr Selbstbewusstsein und helfen bei der Integration in Kindergarten, Schule und Freizeit. Wenn die Kinder abends wieder zuhause sind, können sie das Erlernte direkt im Alltag anwenden. Gleichzeitig können sie trotz der tagesklinischen Behandlung weiter wie Gleichaltrige am sozialen Leben teilhaben. Familienangehörige und Freunde werden ebenfalls einbezogen und beraten.


Die Behandlung dauert in der Regel zwei bis sechs Wochen. Während dieser Zeit erleben die Kinder einen Tagesablauf, der mit Schulunterricht und gemeinsamen Mahlzeiten eher dem Leben zuhause als einem Klinikaufenthalt gleichen soll. "Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass wir die Patienten so fast wie im Alltag beobachten können. Damit gelingt eine weitaus bessere Einschätzung der medizinischen Situation als während des stationären Aufenthalts oder der ambulanten Betreuung", sagte Dr. Ingo Menrath.


Für die Tagesklinik