Mit neuem Herzkatheterlabor am Puls der Zeit

[Mitglieder-Bericht 016/2022 - Neumünster, 19. Mai 2022]

 


Team der Kardiologie am FEK: „Mit den neuen Laboren ist das FEK am Puls  der Zeit!“ (Bild: Frank Siemers)
Team der Kardiologie am FEK: „Mit den neuen Laboren ist das FEK am Puls der Zeit!“ (Bild: Frank Siemers)

Für 1,8 Millionen Euro hat das FEK die Notfallstruktur ausgebaut und zwei neue Herzkathetermessplätze eingerichtet


Es ist ein Angstszenario vieler Menschen: der plötzliche Herzinfarkt. Wenn der Verdacht besteht, dass das Herz nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt werden kann, ist höchste Eile geboten. Rettung heißt in dieser Situation: schnelle Wiedereröffnung des betroffenen Herzkranzgefäßes. Diese Möglichkeit hat das FEK jetzt weiter ausgebaut und ein neues Herzkatheterlabor mit zwei neuen Kathetermessplätzen eingerichtet. Rund 1,8 Millionen Euro hat die Klinik dafür aus Eigenmitteln investiert.


Seit Mitte April ist nach sechs Monaten Bauzeit das neue Herzkatheterlabor im Neubau untergebracht. „Der gesamte Untersuchungsbereich ist den wachsenden Erfordernissen optimal angepasst, so dass wir verbesserte Abläufe in einem hochmodernen Arbeitsumfeld haben. Das beinhaltet auch ein patientenfreundliches Ambiente mit mehr Raum und Zeit“, erläuterte Professor Dr. Andreas Schuchert, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. „Dieser Schritt trägt der positiven Entwicklung der Kardiologie im FEK Rechnung und vor allem dem Wunsch der Neumünsteraner nach einer rund um die Uhr verlässlichen zeitnahen Behandlung vor Ort“, sagte FEK-Geschäftsführerin Kerstin Ganskopf.


Auch bisher verfügte das FEK über ein Herzkatheterlabor, allerdings sei der Bedarf gestiegen, erklärte der Chefarzt: „Die Anzahl der Patienten mit Herzerkrankungen im FEK hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, weil immer mehr Neumünsteraner und auch Patienten aus dem Umland unsere fachliche Kompetenz schätzen.“



Rolf Weinert, der Rhythmologe im EPU Labor, während einer Behandlung (Bild: Frank Siemers)
Rolf Weinert, der Rhythmologe im EPU Labor, während einer Behandlung (Bild: Frank Siemers)


Optimiert hat das FEK zudem die technische Ausstattung. Zwei hochmoderne strahlungsarme Röntgenanlagen bewegen sich um den Untersuchungstisch und erstellen Röntgenfilme vom schlagenden Herzen. So können unterschiedliche Herzerkrankungen und vor allem die koronare Herzkrankheit noch genauer dargestellt werden. „Bei einer Einengung eines Herzkranzgefäßes wird eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt oder im Falle eines akuten Herzinfarktes das verschlossene Herzkranzgefäß sogleich wiedereröffnet, damit der Herzmuskel wieder mit Blut versorgt wird. Außerdem implantieren wir Herzschrittmacher, implantierbare Defibrillatoren und weitere kardiale Implantate zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen oder strukturellen Herzerkrankungen“, schilderte Schuchert.


Behandlung von Herzrhythmusstörungen


Geschäftsführerin Kerstin Ganskopf gab eine weitere Neuerung bekannt: „Wir haben uns zudem für ein neu ausgestattetes elektrophysiologisches Labor (EPU) entschieden. Insgesamt erreichen wir mit den Neuerungen eine Stärkung der Notfallstruktur, die Teil der medizinischen Gesamtstrategie des Hauses ist."


Als Spezialist für Elektrophysiologie verstärkt der Rhythmologe Rolf Weinert seit Dezember die Kardiologie. „Dank des EPU-Labors ist es möglich, auch sehr komplexe Herzrhythmusstörungen zu verstehen und sicher und effektiv zu beseitigen. Bei verbesserter Bildqualität erlauben die neuen Systeme, dass wir ohne oder unter einem minimalen Einsatz von Röntgenstrahlung arbeiten können“, so der Funktionsoberarzt.


Dr. Björn Stöcker, Kardiologe und leitender Oberarzt, betonte zudem die gewonnene Aufenthaltsqualität für die Patienten: „Ich bin begeistert von den neuen Laboren. Sie sind größer, hell und freundlich und bieten unseren Patienten optimale Sicherheit mit einem großen Aufenthaltsbereich. Hier werden die Patienten nach den Eingriffen überwacht, ehe sie entlassen oder zurück auf ihre Stationen verlegt werden.“ Im vergangenen Jahr wurden am FEK 1468 Herzkatheteruntersuchungen ausgeführt, 189 Schrittmacher gelegt und es gab 46 Ablationen sowie 36 Vorhofverschlüsse zur Schlaganfallprophylaxe.



Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus