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Krankenhäuser fordern Investitionen in Hitzeschutz


[DKG-Meldung - Berlin, Dienstag 13.06.2023]

 


DKG zu Klimawandel und Gesundheitsversorgung


Krankenhäuser, ihre Patientinnen, Patienten und Beschäftigten trifft der Klimawandel zunehmend spürbar. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert zügige Maßnahmen, um die Kliniken für zunehmende extreme Wetterlagen vorzubereiten. Dazu erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG Prof. Dr. Henriette Neumeyer:


„Dass die richtige Temperatur im Krankenhausgebäude auf den Heilungsprozess Einfluss hat, haben Studien bereits nachgewiesen. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und in der Folge mehr und längeren sehr heißen Sommern müssen wir darüber nachdenken, wie wir Patientenzimmer zukünftig kühlen, um die Gesundheit der ohnehin vulnerablen Menschen im Krankenhaus nicht zusätzlich zu gefährden. Zudem benötigen auch die Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen, denn Pflegekräfte können ihre Arbeitszeiten nicht in kühlere Stunden verlegen oder ins Hitzefrei gehen.


Dabei sind Krankenhäuser schon aus baulichen Gründen oft nicht in der Lage, ohne größeren Aufwand nachhaltige Kühlungskonzepte umzusetzen. Oftmals stammen die Gebäude aus dem 19. Jahrhundert oder der Nachkriegszeit, stehen unter Denkmalschutz und besitzen eine geringe Wärmedämmung. Hinzu kommt, dass seit Jahrzehnten die Investitionskostenfinanzierung der Bundesländer den Bedarf nicht ansatzweise deckt, obwohl die Länder gesetzlich zur Finanzierung der Klinik-Investitionen in tatsächlicher Höhe verpflichtet sind. Das wenige Geld fließt in dringend benötigte Gerätschaften und Bauarbeiten. Für energetische Sanierung mit optimaler Gebäudeisolierung, effizienten Kühlungssystemen, Verschattung und Begrünung fehlen oftmals die Mittel.


Klimawandel und -anpassung sind für die Krankenhäuser eine personelle und finanzielle Herausforderung. Dass sich angesichts des hohen Energiebedarfs von Krankenhäusern die Heizwende auch in Kliniken vollziehen muss und der Austausch alter Heizkessel, Fassadendämmung und vieles mehr nicht zum Nulltarif zu haben sind, dürfte mittlerweile allen bewusst geworden sein. Aber auch der Schutz vor Hitze ist Teil des Umgangs mit dem Klimawandel. Dabei geht es bei Weitem nicht nur um Komfort. Laut WHO starben im vergangenen Jahr rund 4500 Menschen allein in Deutschland an den Folgen von Hitze. Künftige Hitzetote und unnötig lange Krankenhausaufenthalte durch verzögerte Heilung gilt es zu vermeiden. Die Krankenhäuser benötigen personelle Ressourcen zur Erstellung individueller Hitzeschutzkonzepte sowie ein groß angelegtes Investitionsprogramm, das sie befähigt, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die Patientinnen und Patienten sowie Krankenhaus-Beschäftigten vor den Folgen des Klimawandels zu schützen.“


Hitzeschutz darf keine Frage des persönlichen Engagements bleiben, sondern muss flächendeckend Umsetzung finden. Zum Hitzeschutztag machen die DKG und die weiteren Mitglieder des Klimapaktes Gesundheit auf dieses wichtige Thema aufmerksam. Die Akteure arbeiten gemeinsam an der Sensibilisierung und der Information von Bürgerinnen und Bürgern, Patientinnen und Patienten, Politik sowie allen Beschäftigten im Gesundheitswesen. So stellt beispielsweise das Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin verschiedene Musterhitzeschutzpläne für Krankenhäuser, ambulante Praxen und Pflegeeinrichtungen zur Verfügung.



Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.


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