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In Itzehoe bekommen Frühchen Spendermilch

[Mitglieder-Bericht 040/2023 - Itzehoe, 7. September 2023]

 

Oberärztin Barbara Naust vor der Kühleinheit, in dem die Spendermilch aufbewahrt wird (Bild: Klinikum Itzehoe)
Oberärztin Barbara Naust vor der Kühleinheit, in dem die Spendermilch aufbewahrt wird (Bild: Klinikum Itzehoe)

Das Klinikum Itzehoe betreibt eine Muttermilchbank für die Versorgung von Frühgeborenen. Was als Pilotprojekt vor knapp einem Jahr begann, ist jetzt in den Regelbetrieb übergegangen. Für die Sicherung eines langfristigen Angebots wünscht sich Leiterin Barbara Naust aber noch mehr finanzielle Unterstützung.


„Muttermilch ist die optimale Ernährung für Neugeborene“, sagt Barbara Naust und verweist auf zahlreiche Studien, in denen die positive Wirkung der Muttermilch und auch des Stillens selbst eindeutig belegt ist. Dennoch bekommen gerade in Krankenhäusern viele Kinder noch so genannte Formularnahrung, die auf Kuhmilch basiert, wenn ihre Mütter selber nicht Stillen oder Milch abpumpen können. Um das zu ändern, hatte sich die Oberärztin am Perinatalzentrum des Klinikums Itzehoe dem bundesweiten Verein „Frauenmilchbank Initiative e.V.“ angeschlossen, der sich zum Ziel gesetzt hat, mehr Spenderbanken an den Kinderkliniken aufzubauen.


Bei ihrem eigenen Arbeitgeber lief Barbara Naust offene Türen ein. Sowohl Chefarzt Dr. Georg Hillebrand, als auch Klinikdirektor Bernhard Ziegler und Krankenhaushygieniker Tilo Jonas gaben grundsätzlich grünes Licht für das Projekt.


Mit anderen Mitstreiterinnen aus Schleswig-Holstein gelang es der Neonatologin auch die Landesregierung zu überzeugen, den Aufbau von Muttermilchbanken mit 150.000 Euro zu unterstützen. Etwa 50.000 Euro davon flossen nach Itzehoe, um Gefrier- und Kühlschränke sowie einen Pasteurisieur anzuschaffen.


Denn Muttermilch wird in weiten Teilen nicht anders behandelt als Kuhmilch. Damit sie an andere Früh- und Neugeborene verfüttert werden kann, wird die Milch der Spenderinnen wie die Milch im Supermarktregal auch, pasteurisiert, um schädliche Keime abzutöten, aber die Eigenschaften der Milch nicht zu zerstören.


„Gerade die Milch von Müttern, die Frühgeborene zur Welt gebracht haben, ist noch einmal wertvoller als die normale Muttermilch. Sie enthält noch mehr wichtige Nährstoffe, von denen unsere kleinen Patientinnen und Patienten profitieren“, erklärt Barbara Naust.


Das Klinikum Itzehoe ist Perinatalzentrum Level 1. Hier werden bereits die kleinsten Frühgeborenen versorgt.


„Wir geben die Muttermilch aus der Spenderbank vor allem an Kinder unter 32 Wochen“, erklärt Barbara Naust. „Gerade nach einer Frühgeburt haben die Mütter aufgrund des Stress oder einer eigenen Erkrankung in den Tagen nach der Geburt nicht ausreichend Milch zur Ernährung ihrer Kinder.“


Aber auch kranke, ältere Neugeborene profitieren von dem Angebot, wenn genügend Milch in der Spenderbank zur Verfügung steht. Rund 50 Kinder konnten bereits versorgt werden.


„Bislang sprechen wir wegen des hohen Aufwands bei externen Spenden nur Mütter an, die bei uns selber als Patientin liegen. Hier ist die Bereitschaft aber sehr hoch, Spendermilch zur Verfügung zu stellen.“


Trotz der positiven Bilanz des Projektes erhoffen sich Dr. Barbara Naust und Chefarzt Dr. Georg Hillebrand mehr finanzielle Unterstützung, wenn nächstes Jahr die finanzielle Förderung ausläuft.


„Der Betrieb von Muttermilchbanken wird nicht von den Krankenkassen finanziert. Wir finanzieren den Betrieb über die Projektmittel und aus dem eigenen Etat“, erklärt Dr. Georg Hillebrand.


Er und Barbara Naust würden sich daher über Spende oder andere Formen von Zuschüssen freuen, um den Betrieb langfristig zu sichern und perspektivisch auch andere Kinderkliniken in der Region mit anzubinden.


In jedem Fall will das Klinikum die Milchbank aber auch über den Jahreswechsel hinaus betreiben und sucht eine Kraft, die Barbara Naust beim Betrieb der Milchbank unterstützt.



Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus




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