High-Tech Knie-Robotik in der Klinik Niebüll erfolgreich eingeführt

[Mitglieder-Bericht 025/2021 - Husum/Niebüll, Montag, 1. November 2021

 


Das OMNIBotics-System  (Bild: Klinikum Nordfriesland)
Das OMNIBotics-System (Bild: Klinikum Nordfriesland)

"Wir erleben gerade eine ganz neue Präzision in der Knie-Endoprothetik“, ist Dr. Björn Birkenhauer vom neuen OP-Roboter in der Klinik Niebüll begeistert. „Einzigartig ist die Integration der Messung zur Stabilität des Knie-Bandapparates in die Simulation der geplanten Operation“, freut sich Birkenhauer über diese wegweisende Komponente des OMNIBotics-Systems vom Medizinproduktehersteller Corin.


Nach einer längeren Vorbereitungs- und Übungsphase wurde am 28. Oktober 2021 der erste

Patient in der Klinik Niebüll mit dem neuen digitalen OP-Unterstützungssystems OMNIBotics

operiert. „Mit der Einführung der OP-Robotik haben wir ein neues Kapitel in der Patientenversorgung in Nordfriesland aufgeschlagen“, freut sich Stephan W. Unger, Geschäftsführer des Klinikums, über die digitale Spitzentechnologie in seinem Klinikum.


Die Implantation einer Knie-Endoprothese ist Präzisionsarbeit und liegt in den Händen von sehr erfahrenen Spezialisten. Dabei wird individuell eine Prothesenart ausgewählt und die Lage des Gelenkersatzes festgelegt. Daraus ergeben sich die erforderlichen Schnitte in der Knochen- und Gewebestruktur. Moderne Robotik-Systeme können den Operateur dabei unterstützen: Das Knie ist ein in seiner Beweglichkeit und im Zusammenspiel von Bändern, Knochen und Knorpeln sehr komplexes Gelenk. Bereits geringe Abweichungen von der erforderlichen Lage des Implantates können als störend empfunden werden. Ebenso ist es das Ziel der Operateure, den Eingriff in die Strukturen so klein wie möglich zu halten, um eine möglichst schnelle Mobilisierung und Genesung des Patienten zu ermöglichen. Daher empfiehlt sich der Einsatz eines modernen Robotik-Systems.


Mit Hilfe eines optischen Signalgebers scannt der OMNIBotics das Knie ab, so dass die Software eine präzise digitale 3D-Darstellung des Gelenks errechnet. Auf dieser Basis werden dem Operateur Vorschläge zur optimalen Prothesengröße und -position unterbreitet. Einzigartig ist die Messung der Stabilität des Bandapparates während der OP: Mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung – dem digitalen Spannungsgerät – werden die Abstände und die Führung der Bänder in Ruhe und in Bewegung vermessen und in das 3D-Modell eingefügt. „Damit wird sichergestellt, dass die Beweglichkeit des Gelenkes nach der OP mit optimal ausbalancierten Bandstrukturen gegeben ist und den Patienten ein harmonisches Bewegungsgefühl erwartet“, erläutert Dr. Birkenhauer.


Die vom Operateur mit Hilfe der Robotik gemeinsam ermittelte optimale Lösung kommt dann zur Umsetzung: Mit Hilfe des OMNIBotics werden die ermittelten Schnitte exakt gesetzt, die Prothesenelemente probehalber angepasst – so dass noch Korrekturen möglich sind – und dann final fixiert. Bei der Genesung werden die Vorteile des Verfahrens deutlich: Die optimierten Schnitte sowie die Berücksichtigung der Bandstabilität beschleunigen die Genesung und Mobilisation des Patienten und reduzieren nachoperative Schmerzen.


„Wir sind sehr stolz auf diese Spitzentechnologie in unserem Klinikum. Dies ist ein großer Schritt für alle Patienten und auch für uns als Klinikum in die moderne Patientenversorgung von morgen“, freut sich Stephan W. Unger über die OP-Robotik, die in Kürze auch in der Klinik Husum eingeführt wird.


Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus