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Dänisch-deutsches Forschungsprojekt: Nierentransplantationen mit künstlicher Intelligenz verbessern

[Mitglieder-Bericht 052/2024 Kiel, 03. Juli 2024]

 

Projektleiter Prof. Dr. Björn Schreiweis (Bild: UKSH)
Projektleiter Prof. Dr. Björn Schreiweis (Bild: UKSH)

Ein dänisch-deutsches Kooperationsprojekt unter Beteiligung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) will den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Nierenheilkunde voranbringen. Mit rund 129.000 Euro aus dem Interreg-Programm fördert die Europäische Union das Projekt „AI-REN“ bis Februar 2025. Gesteuert wird das Vorhaben vom dänischen Universitätsklinikum Odense, weitere Projektpartner sind die Syddansk Universität und zwei IT-Unternehmen. „Gemeinsam wollen wir herausfinden, auf welche Weise eine KI berechnen kann, wie gut eine Patientin oder ein Patient eine Spenderniere annehmen wird“, sagt Prof. Dr. Björn Schreiweis, Projektleiter am Institut für Medizinische Informatik und Statistik am UKSH, Campus Kiel.


Die Forschenden haben sich zum Ziel gesetzt, einen KI-Algorithmus zu entwickeln, den Ärztinnen und Ärzten nutzen können, um Nierentransplantationen noch präziser vorzubereiten. Die KI soll helfen, die umfangreichen Daten der Labordiagnostik und Untersuchungen auszuwerten, die einer Transplantation vorausgehen. Dazu müssen aus den klinischen Messwerten jene gefunden werden, die entscheidend für eine mögliche Abstoßung der Spenderniere sein könnten.


„Wir wollen bis 2025 eine digitale Applikation entwickeln, die wir dann auch klinisch testen können“, sagt Schreiweis. Die KI soll verschiedene Biomarker auswerten – also jene Merkmale, durch die man Krankheiten diagnostizieren und Behandlungserfolge messen kann. In der Transplantationsmedizin zählen dazu der Blutdruck, Gewebe- und Laborwerte sowie bisher noch unbekannte molekulare Marker, die im Rahmen des Projekts identifiziert werden sollen.


Um einen solchen Algorithmus zu entwickeln, stehen den dänischen und deutschen Expertenteams medizinische Daten aus den jeweiligen Krankenhaussystemen des UKSH und des Universitätsklinikums Odense zur Verfügung. Im ersten Schritt werden die Daten grenzübergreifend vereinheitlicht, also in eine gemeinsame Sprache übertragen. Die anschließende Auswertung erfolgt lokal in Kiel und Odense, bevor die Ergebnisse zusammengeführt werden.


An dem Projekt sind Institutionen aus Schleswig-Holstein und Dänemark beteiligt: Auf deutscher Seite das UKSH mit dem Institut für Medizinische Informatik und Statistik, Campus Kiel, und das IT-Unternehmen Tricode UG in Kiel. Am Campus Lübeck begleitet der Bereich Nephrologie und Transplantation der Medizinischen Klinik I das Projekt. Partner in Dänemark sind das Universitätsklinikum Odense mit der Abteilung für Nephrologie, die Syddansk Universität mit dem Institut für Forschung im Gesundheitswesen – Epidemiologie, Biostatistik und Biodemographie sowie das IT-Unternehmen MedWare ApS in Odense. Die deutsch-dänische Zusammenarbeit im Rahmen von AI-REN fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, um eine innovative und nachhaltige Lösung zu entwickeln und einen konkreten Nutzen für Patientinnen und Patienten mit Nierenerkrankungen zu erreichen. Es soll den Gesundheitssektor beider Länder stärken.



Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus




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