20. Norddeutsche Gesundheitstage

[Mitglieder-Bericht 013/2019 - Sankt-Peter-Ording/Eutin, Donnerstag 26.09.2019]


Gruppenbild am Strand

Was unterscheidet die Norddeutschen Gesundheitstage von der Kongress-, Tagungs- und Seminarflut, die gefühlt zu den jahreszeitlichen Stoßzeiten im Frühjahr und Herbst fast täglich das Land sintflutartig überschwemmen?


Es wird hier geredet, kontrovers diskutiert und es werden Meinungsprozesse angestoßen und geformt, damit wir die Reform- und Regulierungswut des Gesundheitswesens zumindest ansatzweise überblicken können. Und zwar nicht nur innerhalb des auserwählten Kreises der Experten wie Silke Seemann und Dominik Völk vom Sozialministerium, Patrizia Drube, der Präsidentin der Pflegekammer, Dr. Henrik Herrmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holsteins und Patrick Reimund, dem Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, sondern gemeinsam mit allen Tagungsteilnehmern.


Diese bestanden in den zwei Tagen am 5. und 6. September 2019 in Sankt Peter-Ording aus einem Querschnitt von ca. 100 Praktikern aus den verschiedenen Häusern. Neben den „klassischen“ Vertretern aus Geschäftsführern und ärztlich und pflegerisch Verantwortlichen aus den Krankenhäusern, wurde erstmalig auch der Gruppe der IT-Verantwortlichen eine eigene Diskussionsplattform gegeben. Die zentralen gesundheitspolitischen Themen wie die Pflegereform, die Entwicklung der Notfall- und damit einhergehend der krankenhausplanerischen Gesundheitsversorgung, die Herausforderungen und Chancen – auch Hemmschuhe und Finanzierungslücken – der digitalen Lösungen wurden lebhaft diskutiert.


Mit welchem Fazit?

„Es besteht ein großer Gleichklang in der Bewertung der zwingend notwendigen Veränderungsprozesse in unseren Krankenhäusern und in dem Wandel der Gesundheitsbranche. Hierzu gibt es eine große Bereitschaft aller Akteure vor Ort, auch der Verbände und des Ministeriums”, so die Vorsitzende des VKD Nord, Kerstin Ganskopf. „Leider stoßen die vielfältigen Ideen und Konzepte auf dicke Bretter, bestehend aus Widerständen durch die fehlende Finanzierung, die zunehmenden Bürokratisierung und einer nie dagewesenen Regelungsflut auf der Bundesebene, kombiniert mit gegenseitigen Versagensunterstellungen. Planwirtschaft in der Marktwirtschaft, so wie die Gesundheitsbranche derzeit bestimmt ist, kann auf Dauer so nicht funktionieren und sich nicht mit der notwendigen Schnelligkeit weiterentwickeln. Wir müssen uns über grundsätzliche Parameter neu verständigen. Die Norddeutschen Gesundheitstage haben im wahrsten Sinne frischen Wind in diese Überlegungen gebracht.“

Quelle: Verband der Krankenhausdirektoren e.V. - Landesgruppe Nord




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