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Ärztin aus Berufung in den Ruhestand verabschiedet

[Mitglieder-Bericht 017/2023 - Flensburg, 21. April 2023]

 

Prof. Dr. med. Nadezda Basara (Bild: Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital)
Prof. Dr. med. Nadezda Basara (Bild: Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital)

Die Diagnostik sowie die stationäre und ambulante Therapie onkologischer Erkrankungen sind Schwerpunkt im Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital. Jetzt ist eine zentrale Akteurin dieses Bereiches in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden. Chefärztin Prof. Dr. med. Nadezda Basara hatte 2011 die Leitung der Medizinischen Klinik I mit den Fachgebieten Onkologie, Pneumologie und Diabetologie übernommen. Selbst spezialisiert auf das Fachgebiet Hämatologie/Onkologie und versehen mit einem großen internationalen Erfahrungsschatz sowie besonderer Expertise im Bereich der Stammzelltransplantationen, führte Prof. Dr. med. Basara die Diagnostik und Behandlung der akuten Leukämie in Flensburg ein. Ein Meilenstein Ihres Wirkens im St. Franziskus-Hospital war die Etablierung der „Stefan-Morsch-Station“ genannten Stammzelltransplantationseinheit im Januar 2012. „Wir sind froh und dankbar, dass Frau Prof. Dr. med. Basara vor zwölf Jahren ihr immenses Fachwissen nach Flensburg gebracht und unser onkologisches Versorgungsspektrum um einen wesentlichen Punkt erweitert hat,“ erklärt Prof. Dr. med. Stephan Timm, Ärztlicher Direktor am St. Franziskus-Hospital.


Die erste Transplantation wurde am 8. Februar 2012 durchgeführt – die erste von bis heute insgesamt 425 im St. Franziskus-Hospital durchgeführten Stammzelltransplantationen! Die Voraussetzung für Stammzelltransplantation war, dass nicht nur die Diagnostik, sondern insbesondere auch die Behandlung von Patienten mit akuter Leukämie im St. Franziskus-Hospital etabliert wurde mit Teilnahme an der größten deutschen Studiengruppe. „Mit großer Freude und voller Stolz denke ich an die vielen Patientinnen und Patienten, die ich gemeinsam mit dem Team behandelt habe,“ blickt Prof. Dr. med. Basara auf ihr Wirken im Franziskus zurück.


Seit 1997 hat Prof. Dr. med. Basara insgesamt 2500 allogene und autologe Stammzelltransplantationen durchgeführt und mehr als 50.000 onkologische und hämatologische Patienten behandelt. Zu diesem Thema veröffentlichte sie zudem zahlreiche vielfach zitierte wissenschaftliche Publikationen.


Neben ihrer Chefarzt-Position am St. Franziskus-Hospital war Prof. Dr. med. Nadezda Basara Leiterin des Onkologischen Zentrums Nord (OZN), in dem die Spezialisten der onkologischen Versorgung in der Region eng vernetzt sind. Diese enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen ist Grundvoraussetzung, um für jeden einzelnen Patienten die optimale Therapieform zu finden. Vernetzung und fachlicher Austausch waren Prof. Dr. med. Basara stets ein großes Anliegen und so organisierte sie in jedem Herbst das unter Fachleuten ebenso bekannte wie beliebte Flensburger/Baltische Hämatologisch/Onkologische Symposium. „Durch die explizite Auseinandersetzung mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde der Anspruch an die beste individuelle Behandlung für jeden an Krebs erkrankten Menschen aufrechterhalten und gefördert. Stets entstanden im Rahmen der Veranstaltungen lebhafte Diskussionen,“ erinnert sich die Onkologin.


Auch der Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses wies Prof. Dr. med. Basara stets eine elementare Rolle zu. So begleitete sie Abschlussprüfungen von Medizinstudenten der Christian-Albrechts-Universität, betreute Doktoranden und nahm Facharztprüfungen für den Bereich Hämato-Onkologie ab. Darüber hinaus war sie Gastprofessorin an den Medizinischen Fakultäten in Belgrad und Nis. „Die Ausübung der Medizin ist kein Beruf, sondern eine Berufung,“ ist Basara überzeugt.


In ihrer Heimat Serbien ist Prof. Dr. med. Nadezda Basara eine sehr bekannte Persönlichkeit und die einzige moderne Ärztin, die ihren Platz in der Enzyklopädie "Außergewöhnliche Frauen Serbiens im 20. und 21. Jahrhundert" gefunden hat. Außerdem erhielt sie 2021 den St.-Sava-Orden, die höchste Auszeichnung der serbisch-orthodoxen Kirche. 2014 wurde ihr bereits für herausragende Leistungen in der Anwendung neuester wissenschaftlicher Methoden und hervorragendes Engagement im Gesundheitsbereich der Verdienstorden der Serbischen Republik überreicht, die höchste Auszeichnung des Landes für verdiente Bürger.


„Ich danke Frau Professorin Basara für ihren unermüdlichen Einsatz für ihre Patientinnen und Patienten, für die Mitarbeitenden ihrer Klinik und insgesamt für unser St. Franziskus-Hospital. Es ist ihr gelungen, die Vernetzung der in der onkologischen Versorgung tätigen Fachleute und die so wichtige Behandlung von Tumorpatientinnen und -patienten in unserer Versorgungsregion zu stärken,“ unterstreicht Klaus Deitmaring, Geschäftsführer der Malteser Norddeutschland.



Quelle: Pressemitteilung Krankenhaus